Entdeckung 3 / 27
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Das Farbengeheimnis der Herbstblätter
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Ein warmer Sonnenstrahl fiel durch die Blätterdach eines großen Baumes. Zwischen den grünen Blättern leuchteten plötzlich gelbe, orangefarbene und rote. Puschel hob ein gelbes Blatt vom Moos auf und drehte es erstaunt hin und her.
Puschel„Gestern war hier noch alles grün. Hat jemand den Baum über Nacht angemalt?“
Flauschi nahm ein grünes und ein rotes Blatt in die Pfoten. Puschel untersuchte das gelbe Blatt mit der grünen Forscherlupe. Er fand weder Pinselstriche noch einen einzigen Farbklecks.
Flauschi„Der Baum braucht keinen Waldmaler. In seinen Blättern stecken verschiedene Farbstoffe. Im Sommer sehen wir vor allem das kräftige Grün.“
Flauschi erklärte, dass der grüne Farbstoff Chlorophyll heißt. Mit seiner Hilfe nutzt das Blatt Sonnenlicht. Dazu nimmt die Pflanze Wasser und einen unsichtbaren Teil der Luft. Dieser Teil heißt Kohlendioxid und ist ein Gas, so wie Luft. Daraus macht sie Zucker zum Wachsen. Das nennt man Fotosynthese. Im Herbst werden die Tage kürzer, und der Baum bereitet sich auf den Winter vor.
Puschel„Dann räumt der Baum also sein Sommergrün auf?“
Genau so stellte Puschel es sich vor: Der Baum holte wertvolle Bausteine aus den Blättern zurück in Zweige und Stamm. Dabei wurde das grüne Chlorophyll nach und nach abgebaut. Gelbe und orange Farbstoffe, die vorher vom Grün verdeckt waren, konnten nun hervorleuchten.
Flauschi„Und manche Bäume bilden im Herbst zusätzlich rote Farbstoffe. Darum trägt nicht jeder Baum dieselben Farben.“
Puschel blickte zur Baumkrone. Plötzlich sah sie nicht mehr aus wie ein bemaltes Dach, sondern wie ein Farbenregal, das der Herbst langsam öffnete. Er legte das Blatt vorsichtig zurück aufs Moos.
Puschel„Kein heimlicher Waldmaler – Gelb und Orange waren schon da, und manche Blätter bekommen noch neues Rot dazu. Das ist sogar noch besser!“
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
In einem grünen Blatt steckt ein grüner Farbstoff. Er heißt Chlorophyll und hilft dem Blatt, Sonnenlicht zu nutzen. Mit Licht, Wasser und einem unsichtbaren Teil der Luft macht die Pflanze Zucker zum Wachsen. Dieser Teil heißt Kohlendioxid. Er ist ein Gas, so wie Luft. Das Zuckermachen mit Licht heißt Fotosynthese.
Im Herbst wird es früher dunkel. Viele Bäume mit Blättern stellen dann weniger neues Blattgrün her. Das alte Grün verschwindet langsam. Der Baum holt nützliche Stoffe aus den Blättern zurück. Solche Stoffe, die er zum Wachsen braucht, heißen Nährstoffe.
Gelbe und orange Farbstoffe sind oft schon im Sommer im Blatt. Das starke Grün verdeckt sie – wie eine Farbe, die eine andere überdeckt. Wenn das Grün verschwindet, sehen wir Gelb und Orange besser. Diese Farbstoffe heißen Carotinoide.
Manche Blätter machen im Herbst neue rote oder violette Farbstoffe. Sie heißen Anthocyane. Deshalb waren nicht alle Herbstfarben vorher schon da. Welche Farben wir sehen, hängt auch vom Baum, vom Licht und vom Wetter ab.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: Smithsonian: Herbstfarben / autumn leaf colours
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