Entdeckung 2 / 27
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Das Geheimnis der Zapfenschuppen
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Nach einem kurzen Morgenregen roch der Wuselwald nach Moos und frischer Rinde. Puschel legte zwei heruntergefallene, reife Kiefernzapfen auf einen Baumstumpf. Auf den Zapfen saßen viele kleine feste Plättchen: die Zapfenschuppen. Der eine Zapfen war trocken und weit geöffnet. Am anderen glänzten Regentropfen, und seine Schuppen lagen dicht beieinander.
Puschel„Der linke Zapfen macht sich riesengroß. Der rechte hat sich zusammengerollt. Friert er etwa?“
Flauschi lächelte und hielt beide Zapfen nebeneinander. Puschel nahm die grüne Forscherlupe und betrachtete zuerst die offenen, dann die geschlossenen Schuppen.
Flauschi„Er friert nicht. Die Schuppen dieser Kiefernzapfen schließen sich, wenn sie feucht werden. Beim Trocknen öffnen sie sich wieder.“
Puschel legte seine Pfote ans Ohr. Er hatte auf ein Knarzen gehofft, doch die Schuppen bewegten sich so langsam, dass selbst seine besonders gespitzten Forscherohren nichts hörten.
Puschel„Also bewegt sich der Zapfen, obwohl er weder Beine noch Muskeln hat? Das ist ziemlich wuselig.“
Flauschi erklärte, dass jede Schuppe aus dünnen Schichten besteht. Sie nehmen Wasser auf und werden dabei unterschiedlich viel dicker. Dadurch biegt sich die Schuppe. Bei trockenem Wetter öffnen sich viele reife Zapfen. Dann kann der Wind die kleinen Samen mit ihren Flügeln forttragen. Aus einem Samen kann später ein neuer Baum wachsen.
Flauschi„Der Baum schickt seine Samen am liebsten los, wenn sie nicht gleich vom Regen zu Boden gedrückt werden.“
Puschel stellte sich vor, wie winzige Samenflieger über den Wald segelten. Dann legten beide die Zapfen wieder genau dorthin zurück, wo sie sie gefunden hatten.
Puschel„Heute haben wir einen Wetteranzeiger ohne Zeiger entdeckt. Morgen schaue ich, ob er wieder offen ist!“
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
Ein Zapfen hat viele kleine, feste Plättchen. Sie heißen Zapfenschuppen. Bei vielen Bäumen mit Nadeln liegen Samen dazwischen. Aus einem Samen kann ein neuer Baum wachsen. Manche Samen haben kleine Flügel. Eine Kiefer ist ein Baum mit langen, dünnen Nadeln.
Wenn ein Kiefernzapfen reif ist und trocknet, biegen sich seine Schuppen nach außen. Der Zapfen öffnet sich. Samen können herausfallen und mit dem Wind weiterreisen.
Wird dieser Zapfen feucht, schließen sich die Schuppen wieder. In jeder Schuppe liegen dünne Schichten. Sie nehmen Wasser auf und werden dabei unterschiedlich viel dicker. Dadurch biegt sich die Schuppe ganz von selbst.
Probiert es mit einem Erwachsenen: Legt einen heruntergefallenen, offenen Kiefernzapfen in eine Schale und macht ihn mit Wasser nass. Schaut über mehrere Stunden immer wieder nach. Lasst ihn danach ganz trocknen. Pflückt keinen Zapfen vom Baum.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: Dawson, Vincent & Rocca: How pine cones open (Nature)
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