Du darfst einfach schauen. Ohne Aufgabe, ohne Uhr. Vielleicht entdeckst du einen Stern oder eine Spiegelung. Vielleicht möchtest du nur sitzen.
Auch stilles Zusammensein zählt.
Das Rauschen ist aus.
Wenn du möchtest, kannst du leises Rauschen einschalten. Der Computer macht dieses Geräusch. Es ist keine Aufnahme aus dem Wald. Das Rauschen stoppt, wenn du die Seite verlässt oder zu einer anderen Seite oder App wechselst.
Puschel und Flauschi bleiben bei dir
Du musst keine Geschichte lesen. Du darfst einfach hier sein. Wenn du lesen möchtest, kannst du jederzeit wieder aufhören.
Puschel ist heute nicht nach Lachen
Puschel sitzt still am See. Sogar sein buschiger Schweif wirkt müde. Puschel„Ich weiß gar nicht genau, warum, aber ich bin traurig“, sagt er.
Flauschi setzt sich neben ihn. Flauschi„Dann sitzen wir eben erst einmal hier“, sagt sie. Flauschi„Du musst für mich nicht fröhlich sein.“
Nach einer Weile erzählt Puschel ein bisschen von seinem Tag. Flauschi hört zu. Sie trinken etwas Wasser und sehen zu, wie sich zwei Sterne im See spiegeln. Puschel ist noch traurig. Aber Flauschi hört ihm zu und bleibt bei ihm.
Der Turm und die große Wut
Puschel hat lange an einem Turm aus Holzklötzen gebaut. Gerade setzt er den letzten Klotz auf, da stößt er mit dem Ellbogen an die unterste Reihe. Klappernd fällt alles um. Puschel„Blöder Turm!“, ruft er. Seine Pfoten ballen sich.
Flauschi bleibt ein Stück entfernt stehen. Flauschi„Du bist richtig wütend“, sagt sie. Puschel nickt heftig. Puschel„Ich will die Klötze wegwerfen!“Flauschi„Wütend sein darfst du“, antwortet Flauschi. Flauschi„Wir passen auf, dass niemand verletzt wird und nichts kaputtgeht. Die Klötze bleiben am Boden. Soll ich die Kiste kurz zur Seite stellen?“ Puschel nickt.
Er setzt sich auf die Bank. Flauschi fragt: Flauschi„Möchtest du Platz für dich oder soll ich dableiben?“Puschel„Dableiben. Aber noch nichts sagen.“ Also wartet sie. Puschel drückt seine Pfoten gegeneinander und lässt wieder los. Das fühlt sich für ihn gerade gut an.
Erst nach einer Weile zeigt er auf einen kleinen Klotz. Puschel„Der da war mein Dach.“ Flauschi hört zu. Heute bauen sie keinen neuen Turm. Gemeinsam legen sie die Klötze in die Kiste. Puschel ist noch ärgerlich. Trotzdem können seine Pfoten jetzt vorsichtig sein.
Ein Platz auf der Bank
Auf der Wiese läuft ein Spiel. Puschel hat gefragt, ob er mitmachen kann. Ein Wuselhörnchen„Unsere Runde ist schon voll“, hat jemand gesagt. Jetzt sitzt er auf der Bank und betrachtet seine Füße. Die anderen lachen weit weg. Puschel hört sie lachen. Er selbst ist traurig.
Flauschi setzt sich nicht sofort ganz nah. Flauschi„Ist neben dir noch ein Platz?“ Puschel rückt ein Stück zur Seite. Puschel„Für dich schon.“ Dann erzählt er, was passiert ist. Flauschi sagt nicht, dass es bestimmt nicht so schlimm war. Flauschi„Du wolltest dazugehören. Das hat wehgetan“, sagt sie.
Puschel„Vielleicht mag mich keiner“, flüstert Puschel. Flauschi„Du bist wichtig. Auch wenn du heute nicht mitspielen konntest“, antwortet Flauschi. Flauschi„Ich bin gern bei dir.“ Puschel schaut zu ihr. Eine Weile hören sie das Rascheln im Gras.
Flauschi fragt, ob er später mit ihr einen Spaziergang machen möchte. Puschel„Später vielleicht“, sagt Puschel. Puschel„Jetzt bleibe ich noch hier.“ Sie bleibt auch. Das Spiel auf der Wiese ist noch dasselbe. Auf der Bank ist Puschel nicht mehr allein.
Eine kleine Karte für eine große Sorge
Morgen soll Flauschi beim Wiesenfest eine neue Bastelidee zeigen. Eigentlich kennt sie jeden Schritt. Trotzdem wandert ein Gedanke immer wieder durch ihren Kopf: Was, wenn sie vor allen den Anfang vergisst?
Puschel findet sie mit dem Bastelpapier auf dem Schoß. Puschel„Hast du eine neue Idee?“Flauschi„Heute eher eine große Sorge“, sagt Flauschi. Sie erzählt ihm von morgen. Puschel hört bis zum Ende zu. Dann fragt er: Puschel„Sollen wir nur reden oder möchtest du einen kleinen Plan?“
Flauschi möchte einen Plan. Sie schreibt den ersten Schritt auf eine Karte und legt sie in ihre Tasche. Puschel kann morgen neben dem Tisch stehen, wenn sie das möchte. Flauschi„Und wenn es trotzdem nicht klappt?“, fragt sie. Puschel„Dann darfst du eine Pause machen und um Hilfe bitten“, sagt er.
Die Sorge ist noch da. Die Karte ist auch da. Flauschi legt das übrige Papier weg und geht mit Puschel zur Bank. Für heute muss sie nicht jede mögliche Panne lösen.
Heute bleibt der Korb leer
Puschel möchte Blätter sammeln, eine Kiste reparieren und Flauschi beim Sortieren helfen. Doch schon der leere Korb fühlt sich heute schwer an. Puschel„Ich bin so langsam“, murmelt er. Puschel„Dabei habe ich noch gar nichts geschafft.“
Flauschi schaut ihn an. Flauschi„Du musst mir nicht zeigen, wie fleißig du bist. Der Korb darf heute leer bleiben.“ Puschel streicht über den Henkel. Puschel„Auch wenn die anderen fleißig sind?“Flauschi„Auch dann.“
Sie wählen einen ruhigen Platz im Schatten. Puschel trinkt etwas Wasser und lehnt sich bequem zurück. Flauschi fragt, ob er Gesellschaft möchte. Er nickt. Sie nimmt ihre eigenen Blätter mit und sortiert still neben ihm.
Puschel zählt keine erledigten Aufgaben. Auf dem Rückweg trägt Flauschi den leeren Korb, weil er sie darum bittet. Heute war kein Tag für große Pläne. Flauschi war trotzdem gern bei ihm.
Flauschis verwechselte Einladung
Flauschi hat zwei Freunde zum Basteln eingeladen. Auf eine Karte hat sie aber den falschen Tag geschrieben. Als der Freund ankommt, ist noch nichts vorbereitet. Flauschi spürt, wie ihre Ohren warm werden. Flauschi„Das ist meine Schuld“, sagt sie leise.
Puschel sieht die Karte an. Puschel„Da steht wirklich der falsche Tag.“ Er macht keinen Witz darüber. Flauschi würde sich am liebsten hinter dem Papier verstecken. Flauschi„Jetzt denken alle, ich halte meine Versprechen nicht.“Puschel„Du hast einen Fehler gemacht“, sagt Puschel. Puschel„Du bist trotzdem unsere Flauschi.“
Sie geht zu ihrem Freund. Flauschi„Es tut mir leid. Ich habe den Tag verwechselt. Heute ist das Basteln noch nicht vorbereitet.“ Dann fragt sie, ob sie gemeinsam einen neuen Termin suchen können. Der Freund ist enttäuscht und sagt es auch. Flauschi hört zu.
Später prüft sie mit Puschel die zweite Einladung. Der Fehler war unangenehm. Sie haben ihn nicht versteckt und einen nächsten Schritt gefunden. Es ist Flauschi noch peinlich. Aber sie muss damit nicht allein sein. Puschel sitzt bei ihr auf der Bank.
Ein Blatt für jemanden, der fehlt
Puschel hat ein besonders schönes Blatt gefunden. Sofort möchte er es einem Freund zeigen. Dann fällt ihm wieder ein: Der Freund wohnt jetzt weit weg. Puschel hält das Blatt ganz still. Puschel„Ich vermisse ihn“, sagt er.
Flauschi setzt sich zu ihm. Flauschi„Was fehlt dir besonders?“ Puschel erzählt von ihren Spaziergängen und davon, dass sein Freund immer die krummsten Stöcke entdeckt hat. Bei der Erinnerung lächelt er kurz. Gleich danach wird er wieder traurig. Beides darf da sein.
Flauschi„Möchtest du das Blatt in dein Erinnerungsheft legen?“, fragt Flauschi. Puschel überlegt. Heute möchte er lieber nur davon erzählen. Also hört Flauschi zu. Sie verspricht nicht, dass sein Freund bald zurückkommt.
Am Abend legt Puschel das Blatt neben seine kleine Zeichnung von einem krummen Stock. Das Vermissen ist noch da. Das Blatt und die Zeichnung erinnern ihn an ihre Spaziergänge. Und Flauschi weiß nun ein bisschen mehr über den Freund, der ihm fehlt.
Wenn dir die Worte fehlen
Zeig eine Karte jemandem, dem du vertraust. Du musst nicht alles erklären. Du darfst mehrere Karten zeigen oder andere Worte wählen.
Bitte bleib bei mir.
Ich brauche etwas Ruhe.
Ich möchte erzählen, aber weiß nicht wie.
Bitte hör mir erst einmal zu.
Ich möchte gerade nicht angefasst werden.
Darf ich eine Umarmung haben?
Ich weiß noch nicht, was ich brauche.
Bitte hilf mir, jemanden zu finden, dem ich vertraue.
Nur wenn du magst. Du brauchst nichts zu kaufen, keinen Drucker und kein fertiges Ergebnis. Alles bleibt bei dir.
Mein Gefühlswetter
Nimm Papier und Stifte. Male deinen Tag als Wetter: Wolken, Wind, Sonne oder alles zusammen. Du darfst Farben erfinden. Niemand muss erraten, was dein Bild bedeutet. Zeig oder erklär es nur, wenn du möchtest.
Ein Sorgen-Zettel
Male oder schreibe eine Sorge auf ein Blatt. Du darfst den Zettel jemandem zeigen, dem du vertraust, und gemeinsam überlegen. Du entscheidest, was du aufschreibst und wem du den Zettel zeigst. Wenn du Angst hast oder dich nicht sicher fühlst, erzähl es einem Erwachsenen, dem du vertraust. Du musst mit deiner Sorge nicht allein bleiben.
Mein gemütlicher Platz
Such dir einen vertrauten, sicheren Platz. Vielleicht möchtest du ein Kissen, deinen Teddy oder ein Glas Wasser dabeihaben. Sag einem Erwachsenen, dem du vertraust, wo du bist. Du darfst dort Ruhe oder Gesellschaft haben. Du entscheidest, ob du eine Umarmung möchtest.
Mein Bild, meine Farben
Wenn du malen möchtest, kannst du mit Fingerfarben oder einem Pinsel ein eigenes Gefühlsbild machen. Du wählst die Farben. Du musst dein Bild niemandem zeigen oder erklären.
Die Geschichten können helfen, ein Gespräch zu beginnen. Sie ersetzen keine Beratung oder Behandlung. Lassen Sie das Kind selbst wählen, ob es lesen, zeigen, erzählen oder einfach Ruhe haben möchte.
Erst da sein
„Möchtest du erzählen oder soll ich einfach bei dir sitzen?“ Lassen Sie Pausen zu. Das Kind muss weder den Grund kennen noch sofort eine Lösung finden.
Gefühle ernst nehmen
„Hat dir das wehgetan?“ Oder: „Du wirkst wütend. Stimmt das?“ Hören Sie auf die Antwort. Nehmen Sie das Gefühl ernst. Das Kind muss nicht sofort wieder fröhlich sein.
Nähe erfragen
„Möchtest du eine Umarmung? Soll ich etwas weiter weg oder bei dir sitzen?“ Respektieren Sie ein Nein. Die Wortkarten können helfen, wenn Sprechen gerade schwerfällt.
Gemeinsam weitergehen
„Was brauchst du jetzt? Wir können zusammen überlegen.“ Wenn es dem Kind länger schlecht geht oder es sehr leidet, holen Sie sich Hilfe. Fragen Sie zum Beispiel in der Kinderarztpraxis oder einer Beratungsstelle nach. Erzählt ein Kind von Gefahr, nehmen Sie es ernst. Für seinen Schutz sind Erwachsene verantwortlich.
Hier findest du Hilfe
Mit jemandem sprechen
Du darfst jederzeit um Hilfe bitten. Du musst nicht warten, bis es dir noch schlechter geht.
Sprich mit einem Erwachsenen, dem du vertraust. Das kann auch deine Lehrerin oder dein Lehrer sein.
Wenn dir eine Person nicht hilft, sprich mit einem anderen Erwachsenen, dem du vertraust. Du musst das nicht allein lösen. Diese Seite kann einen Menschen, der dir zuhört, nicht ersetzen.
Nummer gegen Kummer: 116 111
In Deutschland können Kinder und Jugendliche die Nummer gegen Kummer unter 116 111 anrufen: kostenlos und anonym, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.
Im Notfall
In Deutschland: Bei Feuer oder einem schweren Unfall ruf die 112. Auch wenn jemand sehr krank ist und sofort Hilfe braucht.
Wenn du sofort Hilfe von der Polizei brauchst, ruf die 110.