Puschels Pannen · 45
Puschel und der unsichtbare Ohrwurm

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Mit Erzählerin, Puschel und Flauschi
Neben der Gartenbank standen ein Blumentopf mit weißen Blüten und die kleine grüne Gießkanne. Auf der Wiese spielte das kleine Radio ein fröhliches Wusellied. Es klang nach hüpfenden Pfoten und einem richtig guten Nachmittag. Puschel hielt mitten auf dem Weg an. Erst wippte seine Nasenspitze. Dann seine Ohren. Schließlich wippte der ganze Wusel.
Puschel„Dieses Lied kennt meine Pfoten! Die wollen sofort mittanzen.“
Flauschi„Dann hören wir noch ein bisschen zu.“
Sie lauschten gemeinsam. Puschel merkte sich besonders die kleine Melodie am Ende. Als das Lied vorbei war, pfiff er sie weiter. Beim Hinsetzen. Beim Aufstehen. Und sogar beim Nachdenken, ob er sich gleich wieder hinsetzen sollte.
Puschel„Das Lied geht einfach mit mir mit.“
Flauschi drehte das Radio leiser und lächelte. Puschels Schweif schwang weiter im Takt, obwohl aus dem Lautsprecher inzwischen eine ganz andere Melodie kam.
Flauschi„Da hast du wohl einen Ohrwurm.“
Puschels Pfeifen brach ab. Sein Schweif blieb stehen. Er hob eine Pfote neben sein Ohr und schaute Flauschi mit großen Augen an.
Puschel„Einen WAS?“
Flauschi„Einen Ohrwurm.“
Puschel„Ist der lang? Hat der Füße? Und woher weiß der, wie mein Lied geht?“
Da pfiff Puschel aus Versehen schon wieder zwei Töne. Er erschrak. In seinem Kopf war aus dem lustigen Wort ein winziger, musikalischer Untermieter geworden.

Puschel„Er singt schon wieder! Vielleicht muss ich meine Ohren ausspülen.“
Puschel nahm die kleine grüne Gießkanne und hielt sie tief vor seinem Bauch. Flauschi kam sofort zu ihm. Die Kanne blieb weit weg von seinen Ohren.
Flauschi„Warte, lieber Puschel. Für diesen Ohrwurm brauchen wir kein Wasser. Stell die Kanne erst einmal ab.“

Puschel stellte sie auf das Gras. Flauschi setzte sich neben ihn auf die Bank und rückte ein kleines Stück näher.
Puschel„Aber du hast doch Wurm gesagt.“
Flauschi„Das Wort klingt so, als wäre da ein Tier. Aber hier ist der Ohrwurm eine Melodie, die dir nicht aus dem Kopf geht. Da krabbelt nichts in deinem Ohr.“
Puschel ließ die Schultern sinken. Er schaute zur Kanne, zum Radio und wieder zu Flauschi.
Puschel„Also wohnt niemand in meinen Ohren?“
Flauschi„Nein. Du hast dir einfach eine schöne Melodie gemerkt.“
Puschel„Und ich muss auch niemandem ein winziges Bett bauen?“
Flauschi„Nein. Und auch kein winziges Frühstück machen.“
Puschel kicherte. Ein Gast, der morgens ein Krümelbrötchen bestellte! Das fehlte gerade noch.
Puschel„Dann ist mein Ohrwurm eigentlich ein Pfeifwurm. Ohne Wurm.“
Flauschi„Ein Wusellied mit besonders guter Erinnerung.“

Puschel pfiff die kleine Melodie noch einmal. Diesmal ganz entspannt. Flauschi stimmte leise mit ein. Auf der Bank klang ihr kleines Zweierkonzert.
Puschel„Wenn das Lied schon bleiben möchte, darf es wenigstens mit uns auf der Bank sitzen.“
Flauschi„Das darf es. Aber wir bestimmen, wie laut wir pfeifen.“

Puschel nickte und pfiff besonders sanft. Dann trug er die Kanne zu den Blumen. Gemeinsam gossen sie die trockene Erde.
Puschel„Gut, dass ich gefragt habe. Mein Lied darf bleiben. Die Kanne bleibt bei den Blumen.“
Flauschi lächelte. Puschels Schwanzspitze wippte im Takt.
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