Puschels Pannen · 46

Puschels Rückwärtsgang mit Aussicht

Puschel erklärt Flauschi am Wiesenhügel seine Idee; sie trägt den Korb, oben liegt schon die Picknickdecke.
Eine Idee mit sehr viel Rückwärts.

Auf dem kleinen Wiesenhügel lag ihre rot-cremefarbene Picknickdecke schon unter der Eiche. Flauschi hatte sie vorher ausgebreitet. Nun standen die beiden wieder unten, und sie trug den geschlossenen Weidenkorb mit dem Picknick. Puschel betrachtete den Weg nach oben. Der Hügel war nicht besonders hoch. Trotzdem seufzte er, als hätte er gerade einen sehr großen Berg bestellt.

Puschel„Warum muss unser Picknick ausgerechnet oben wohnen?“
Flauschi„Weil man dort so schön über die Wiese schauen kann. Wir gehen ganz gemütlich.“

Puschel legte den Kopf schief. Ihm fiel ein Satz ein, den er einmal gehört hatte: Wenn etwas nicht vorwärtsgeht, probier es andersherum. Seine Nasenspitze zuckte. Das war bei Puschel meistens der Anfang einer ausgesprochen ungewöhnlichen Idee.

Puschel„Ich habe es! Ich gehe rückwärts. Dann merkt der Berg gar nicht, dass ich hochwill.“
Flauschi„Ich glaube, der Hügel merkt vor allem deine Pfoten.“

Aber Puschel hatte sich schon umgedreht. Seine Nase zeigte zur Wiese unten, sein Po zum Hügel oben. Er schaute bergab und schob zuerst eine Ferse nach hinten den Hang hinauf. Dann zog er die andere Pfote nach. Seine Zehen zeigten weiter bergab. So tastete er sich mit dem Po voraus rückwärts über das Gras. Flauschi blieb direkt neben ihm. Sie wollte gerade vorschlagen, sich wieder umzudrehen, doch Puschel strahlte bereits über seine Erfindung.

Puschel„Das ist viel besser. So sehe ich die ganze Zeit, wie viel Berg ich schon geschafft habe!“
Flauschi„Und was vor deinen nächsten Schritten liegt?“
Puschel„Das liegt ja jetzt hinter mir. Sehr praktisch.“
Puschel geht mit Blick nach unten rückwärts den sanften Wiesenhügel hinauf; Flauschi bleibt neben ihm.
Nase bergab, Po bergauf: Puschels Rückwärtsgang.

Praktisch war allerdings nicht, dass seine Pfoten zwei unterschiedliche Vorstellungen von geradeaus hatten. Die eine wollte ein bisschen nach links, die andere ein bisschen nach rechts. Puschel wanderte schräg über den sanften Hang. Flauschi stellte den Korb neben dem Weg ab, damit sie beide Pfoten frei hatte, und sagte sofort seinen Namen.

Flauschi„Puschel, bleib bitte stehen. Du kommst zum Korb.“
Flauschi beugt sich herunter und stellt den Korb ins Gras; Puschel läuft mit etwas Abstand rückwärts darauf zu.
Flauschi stellt den Korb ab und ruft Puschel.

Puschel blieb stehen. Nur sein letzter winziger Schritt war schon unterwegs gewesen. Sein Po stupste sanft gegen den geschlossenen Korb, und er machte eine überraschte kleine Hocke. Beide Füße blieben auf dem Gras. Der Korb blieb heil. Puschels stolzer Blick dagegen bekam eine deutliche Falte.

Puschel„Der Berg hat mich festgehalten!“
Flauschi„Der Berg trägt heute einen Henkel.“
Puschels Po stupst gegen den abgestellten geschlossenen Korb; Flauschi bietet ihm Hilfe an.
Der Berg trägt heute einen Henkel.

Puschel schaute über die Schulter. Da stand der Weidenkorb, sehr unschuldig und überhaupt nicht bergförmig. Flauschi hielt ihm eine Pfote hin. Er nahm sie und richtete sich wieder auf. Dann mussten beide lachen: erst leise, dann so sehr, dass Puschels Nasenspitze wackelte.

Puschel„Mein Rückwärtsgang hat leider keinen Korbwarner.“
Flauschi„Dann nehmen wir deine Augen wieder nach vorne. Ich habe aber eine Idee für deine schöne Aussicht.“

Flauschi stellte sich neben ihn und nahm den Korb wieder auf. Gemeinsam drehten sie sich zum Hügel hin. Nun zeigten ihre Nasen und Pfoten dorthin, wo sie hinwollten. Puschel schaute zur Picknickdecke. Sie lag noch immer unter derselben Eiche und hatte geduldig auf seinen Umweg gewartet.

Flauschi„Wir gehen drei Schritte vorwärts. Dann bleiben wir stehen, drehen uns um und bewundern deinen Fortschritt.“
Puschel„Mit einer richtigen Bewunderungspause?“
Flauschi„Mit einer sehr richtigen Bewunderungspause.“

Puschel machte den ersten Schritt. Dann den zweiten. Dann den dritten. Sie blieben stehen und schauten zurück. Unten sah die Wiese schon ein kleines bisschen weiter weg aus. Puschel nickte anerkennend, als hätte die Landschaft eigens für ihn mitgearbeitet.

Puschel„Nicht schlecht, Pfoten. Nicht schlecht.“
Puschel und Flauschi schauen nach drei Schritten vorwärts zurück über die Wiese.
Drei Schritte und eine Bewunderungspause.

Wieder drei Schritte. Wieder eine Pause. Bei der nächsten Aussicht nickte Puschel noch stolzer. Flauschi zählte leise mit. Bald wurden die Schritte leichter, denn Puschel dachte nicht mehr an einen ganzen Berg. Er dachte an drei kleine Schritte und die Aussicht danach.

Flauschi„Und schon sind wir oben.“

Unter der Eiche war das Gras eben. Flauschi stellte den Korb neben die Decke. Sie setzten sich zusammen, und Puschel streckte seine Pfoten gemütlich aus. Überall lag die Wiese im warmen Herbstlicht. Sein Umweg war von hier oben kaum zu erkennen. Sein zufriedenes Grinsen dagegen sehr gut.

Puschel„Siehst du? Rückwärts war eine gute Idee.“
Flauschi„Besonders die Stellen, an denen wir vorwärts gegangen sind.“
Die beiden sitzen oben unter der Eiche auf der Picknickdecke; der Korb steht daneben.
Oben wartet die schönste Pause.

Puschel überlegte kurz. Dann lachte er und rückte näher zu Flauschi. Vielleicht war seine beste Erfindung heute gar kein Rückwärtsgang gewesen. Vielleicht war es die Bewunderungspause. Die funktionierte sogar im Sitzen.

Puschel„Dann bewundern wir jetzt noch ein bisschen das Picknick. Ganz ohne Schritte.“

Flauschi lächelte. Neben ihnen wartete der Korb mit seinem Henkel. Er war wieder ganz gewöhnlich ein Korb. Und der kleine Hügel hatte es geschafft, Puschel nach oben zu bringen — mit Hilfe von Flauschi und sehr vielen stolzen Blicken zurück.

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