Puschels Pannen · 44

Puschel hängt in der Leitung

Puschel und Flauschi entdecken zwei Becher mit verbindender Schnur auf einem Baumstumpf.
Eine Erfindung ohne Knöpfe.

Auf der Wiese am Wuselwald entdeckten Puschel und Flauschi zwei kleine Becher auf einem Baumstumpf. Einer war hellblau, der andere pfirsichfarben. Eine helle Baumwollschnur verband ihre Böden. Daneben lagen keine Knöpfe, keine Batterie und nicht einmal eine Gebrauchsanweisung.

Puschel„Zwei Becher, eine Schnur. Entweder ist das ein sehr langes Frühstück oder eine Erfindung!“
Flauschi„Das ist ein Schnurtelefon. Wir können damit miteinander sprechen.“

Flauschi nahm den pfirsichfarbenen Becher, Puschel den blauen. Er schaute hinein, dann darunter und schließlich ganz wichtig geradeaus. Die Schnur hing locker zwischen ihnen und lag zum Teil im Gras.

Puschel„Hallo? Mein Becher hat noch nicht ausgeschlafen!“

Flauschi hielt ihre Becheröffnung ans Ohr. Sie hörte Puschel natürlich draußen reden, aber aus dem Becher kam kein deutliches Gespräch. Puschel klopfte vorsichtig gegen seinen Becherrand und wartete. Nichts meldete sich.

Flauschi„Die Schnur muss frei und leicht gespannt sein. Komm, wir gehen ein bisschen auseinander.“
Puschel„Zuerst sortiere ich die ganzen Kurven. Ein Telefon braucht schließlich eine ordentliche Leitung.“
Puschel spricht in einen blauen Becher; Flauschi lauscht am pfirsichfarbenen Becher, während die Schnur schlaff hängt.
Der Becher ist noch nicht ganz wach.

Puschel hob ein Stück Schnur auf. Damit die nächste Schlaufe besser aussah, machte er noch eine daneben. Dann drehte er sich zum Baumstumpf und wieder zurück. Sein großer Schweif wischte gemütlich durch einen offenen Bogen. Nun lag eine lockere Schlaufe über seinem unteren Bauch, eine zweite über seinem Schweif. Puschel schaute an sich hinunter.

Puschel„So. Die Kurven sind jetzt alle bei mir.“

Er wollte einen Schritt machen, bemerkte die Schnur und blieb sofort stehen. Die Schlaufen waren weit und locker; trotzdem war es keine gute Idee, einfach weiterzugehen. Flauschi legte ihren Becher auf den Baumstumpf und kam zu ihm.

Puschel„Jetzt bin ich selber das Telefonkabel.“
Je eine lockere Schnurschlaufe liegt an Puschels Bauch und Schweif. Am blauen Becher ist nur ein Schnurende befestigt.
Jetzt ist Puschel selbst das Telefonkabel.
Flauschi„Dann machen wir erst einmal Pause. Bleib einfach stehen; ich helfe dir.“

Puschel hielt seinen blauen Becher ruhig vor dem Bauch. Keine Schnur lag an seinem Hals oder Gesicht. Flauschi schaute, wo die beiden Enden verliefen. Dann hob sie die lose Schlaufe von seiner Schweifspitze, ohne daran zu ziehen.

Flauschi„Einen Moment. Ich muss dich erst entwickeln.“
Puschel„Hoffentlich zu einem Wusel mit Empfang!“

Flauschi lachte leise. Sie legte die gelöste Schnur ins Gras, führte die nächste offene Schlaufe vor Puschels Bauch entlang und nahm sie von ihm herunter. Stück für Stück kam wieder ein ganz gewöhnlicher blauer Wusel zum Vorschein. Puschel hatte diesmal nichts dagegen, dass es langsam ging.

Flauschi hält die letzte gelöste Schnurschlaufe in den Pfoten; Puschels Bauch und Schweif sind wieder frei.
Flauschi sorgt für eine freie Leitung.
Puschel„Ich bin wieder kabellos!“
Flauschi„Und unser Telefon hat wieder eine freie Leitung.“

Nun nahm Flauschi ihren Becher vom Baumstumpf. Sie gingen auf der freien Wiese vorsichtig auseinander. Puschel blieb stehen, sobald die Schnur gerade und leicht gespannt war. Sie berührte weder Gras noch Zweige. Niemand zog kräftig daran.

Flauschi„Du hältst die Öffnung ans Ohr. Ich spreche in meinen Becher. Danach wechseln wir.“

Puschel hielt seinen blauen Becher ans Ohr. Mit der anderen Pfote wollte er neugierig an die Schnur fassen, ließ sie dann aber frei. Flauschi hielt ihren Becher vor den Mund und sprach leise hinein.

Flauschi„Hallo, lieber Puschel.“
Puschel lauscht am blauen Becher, während Flauschi in den pfirsichfarbenen spricht; die Schnur verläuft gerade und frei.
Hallo, lieber Puschel!

Puschels Augen wurden groß. Die Stimme klang durch den Becher anders und ein wenig summend, aber die Worte waren deutlich. Er nahm den Becher vom Ohr und hielt ihn nun vor den Mund. Flauschi wechselte ihren an ihr Ohr.

Puschel„Du klingst ja direkt neben meinem Ohr!“

Sie tauschten noch zwei kleine Grüße aus. Jedes Mal blieb die Schnur frei. Schließlich beugte sich Puschel ein winziges Stück zu seiner Becheröffnung und sprach besonders sanft.

Puschel„Danke fürs Entwickeln.“
Flauschi„Immer gern. Aber das nächste Mal entwickeln wir lieber zusammen einen Plan.“

Puschel nickte. Danach legten sie beide Becher auf den Baumstumpf und sammelten die Schnur gemeinsam in großen, lockeren Bögen. Diesmal blieb sie zwischen seinen Pfoten und nicht um seinen Bauch.

Puschel„Der Plan beginnt mit: Puschel bleibt außerhalb der Leitung.“

Flauschi kicherte. Und Puschel fand, dass ein Schnurtelefon eine wunderbare Erfindung war. Besonders dann, wenn man nicht selbst darin vorkam.

Weiterwuseln

Noch mehr Wuselgeschichten zum Schmunzeln und Mutmachen.

Das heimliche Mutarmband →Ein Morgen im Wuselwald →