Entdeckung 20 / 27
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Die zweite Reise des Herbstblatts
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Am Rand des Waldwegs lagen zwei ganz verschiedene Blätter. Das eine war noch braun und fast ganz. Beim anderen blieben feine Adern und kleine bröselige Stücke. Puschel blieb neben ihnen stehen.
Puschel„Das Blatt hat sein Kleid ausgezogen! Oder jemand hat daraus einen Spitzenvorhang gemacht.“
Flauschi hielt die grüne Lupe über das ältere Blatt. Sie hoben nichts an. Eine kleine Assel lief über die schon sichtbaren Reste. Puschel zeigte aus Abstand auf die Löcher.
Flauschi„Dieses Blatt ist schon länger hier. Kleine Tiere, Pilze und winzige Lebewesen bauen alte Blätter nach und nach ab. Das nennt man zersetzen: Aus dem ganzen Blatt werden kleinere Teile und andere Stoffe.“
Puschel sah der Assel zu. Flauschi erklärte, dass nicht ein einzelnes Tier die ganze Arbeit erledigt. Asseln und andere Tiere zerkleinern Laub. Pilze und Bakterien helfen beim weiteren Abbau. Bakterien sind so klein, dass man einzelne nicht mit den bloßen Augen sieht.
Puschel„Eine Wald-Aufräummannschaft! Aber wo ist ihr Besen?“
Flauschi„Sie brauchen keinen Besen. Ein Teil der Pflanzenreste gehört später zum Humus. So nennt man die Reste von Lebewesen im Boden. Humus ist ein wichtiger Teil des Bodens, aber nicht der ganze Boden.“
Flauschi erklärte, dass im Boden auch kleine Teile von Gestein, Wasser und Luft stecken. Beim Abbau des Laubs können Stoffe frei werden, die neue Pflanzen zum Wachsen brauchen. Aus einem Blatt wird aber nicht in einer Minute ein Haufen Erde.
Puschel„Dann haben diese Blätter keine Eile. Die zweite Reise ist eine ganz langsame.“
Je nach Blatt und Wetter dauerte sie verschieden lange. Die beiden ließen alle Blätter und die Assel am Platz. Puschel dachte an die grünen Blätter über ihnen. Die gefallenen waren nicht einfach nutzlos geworden. Sie gehörten weiter zum Wald.
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
Blätter, die auf den Boden fallen, gehören zur Laubschicht. Kleine Tiere können sie zerbeißen. Pilze und Bakterien helfen, ihre Stoffe weiter abzubauen. Bakterien sind winzige Lebewesen. Dieser Abbau heißt Zersetzung.
Reste von Pflanzen und anderen Lebewesen im Boden nennt man Humus. Altes Laub trägt dazu bei. Waldboden enthält außerdem kleine Gesteinsteilchen, Wasser und Luft. Ein Blatt wird also nicht allein zum gesamten Boden.
Beim Abbau werden auch Stoffe frei, die Pflanzen zum Wachsen brauchen. Solche Stoffe heißen Nährstoffe. So werden Stoffe im Wald wieder benutzt. Das ist ein Kreislauf, keine schnelle Zauber-Verwandlung.
Verschiedene Blätter werden unterschiedlich schnell abgebaut. Feuchtigkeit, Wärme und Bodenlebewesen spielen mit. Wir schauen nur auf bereits sichtbare Blätter und Reste. Nichts aufwühlen und keine Tiere aus ihrem Versteck holen.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: WSL: Der Waldboden lebt – Humus und Zersetzung
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