Entdeckung 30 / 33
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Die geheimnisvollen Flecken am Holz
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Neben dem Waldweg lag ein gefallener Ast. Auf seiner Rinde saßen graugrüne Flecken mit feinen, gekräuselten Rändern. Puschel blieb stehen. Er betrachtete erst den Ast und dann seine eigenen Pfoten, als könnte dort ein Farbklecks kleben.
Puschel„Jemand hat den Wald angestrichen. Sehr ordentlich, aber die Farbe ist etwas blass.“
Flauschi ging in die Hocke. Sie hielt die grüne Lupe über einen Fleck, ohne den Ast anzuheben. Puschel beugte sich von der anderen Seite zum Ast. Der Rand sah aus wie winzige, flache Rüschen. Er strich nicht mit der Pfote darüber.
Flauschi„Das sieht nach einer Flechte aus. Flechten sind keine gemalten Flecken und auch kein Moospolster.“
Puschel„Ist das dann eine Pflanze mit einem sehr flachen Hut?“
Flauschi„In einer Flechte leben verschiedene Lebewesen eng zusammen. Ein Pilz gehört zu einer eigenen Gruppe von Lebewesen; dazu gehören zum Beispiel die Pilze mit Hut im Wald. Meist ist er in einer Flechte mit winzigen Algen verbunden. Algen sind Lebewesen, von denen viele mit Licht Zucker herstellen können.“
Puschel betrachtete den Fleck erneut. Flauschi erklärte, dass der Pilz den Körper der Flechte mit aufbaut. Er bietet den Algen Schutz und hilft bei der Versorgung mit Wasser. Die Algen bilden mit Licht Zucker, von dem auch der Pilz etwas bekommt.
Puschel„Ein gemeinsames Zuhause mit einer Vorratskammer. Wer macht den Abwasch?“
Flauschi lachte. Sie erklärte, dass es dort natürlich weder Teller noch eine Küche gab. Eine solche enge Gemeinschaft von Lebewesen hieß Symbiose. Die einzelnen Partner konnten sie mit ihrer gewöhnlichen Lupe nicht auseinanderhalten.
Flauschi„Wir sehen die Flechte. Den feinen Aufbau innen sehen wir so nicht. Auch ihre genaue Art wissen wir noch nicht.“
Puschel„Dann bleibt die Farbe drauf. Wir müssen sie nicht abkratzen, um neugierig zu sein.“
Flauschi ließ die Lupe sinken. Der gefallene Ast blieb an seinem Platz. Beim Weitergehen entdeckte Puschel noch einen anderen Fleck auf einer Rinde. Er rief diesmal nicht nach einem Maler. Erst einmal schaute er nur genauer hin.
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
Flechten sind enge Gemeinschaften von Lebewesen. Meist lebt ein Pilz mit winzigen Algen zusammen. Manche Flechten haben bestimmte Bakterien als Partner: ebenfalls winzige Lebewesen. Ein solches Zusammenleben heißt Symbiose.
Die Algen können mit Licht Zucker herstellen und den Pilz damit versorgen. Der Pilz bildet einen großen Teil des Flechtenkörpers, schützt die Partner und hilft bei der Aufnahme von Wasser. Das ist keine kleine Küche, sondern Zusammenleben von Lebewesen.
Flechten können auf Rinde, Holz, Stein und anderen Unterlagen wachsen. Es gibt krustenartige, blättrige und verzweigte Formen. Eine Flechte ist kein Moospolster; Moos besteht aus kleinen Pflanzen.
Mit einer normalen Lupe erkennen wir Formen und Oberflächen. Die winzigen Partner im Inneren sehen wir damit nicht getrennt. Aus Farbe allein lässt sich die genaue Flechtenart nicht sicher bestimmen.
Kleines Wuselquiz
Wähle eine Antwort: a) oder b).
Was unterscheidet eine Flechte von einem Moospolster?
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Richtig ist b) In einer Flechte leben ein Pilz und winzige Partner eng zusammen. Flechten sind Gemeinschaften von Lebewesen, meist aus einem Pilz und Algen. Moos dagegen besteht aus kleinen Pflanzen.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: WSL SwissLichens: Was ist eine Flechte? · WSL: Lungenflechte und Symbiose
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