Halloween · 19 Tage noch ·
Flauschis freundlicher Vampirgruß

Noch neunzehn Tage bis Halloween. Flauschi stand auf dem freien Gartenweg und strich ihren kurzen dunklen Umhang glatt. Ihre Ohrblüte schaute hell darüber hervor. Gestern hatte sie lieber zugesehen. Heute wollte sie selbst etwas ausprobieren. „Ich möchte ein freundlicher Vampir sein“, sagte sie. Puschel betrachtete sie. „Mit einem sehr höflichen Buh?“ „Vielleicht erst einmal mit einem Hallo.“
Der Umhang lag locker auf ihren Schultern. Eine breite weiche Stofflasche hielt ihn vorne an der Brust zusammen; am Hals gab es keine Schnur. Ihre Pfoten und ihr Schweif hatten Platz. Flauschi ging zwei kleine Schritte und drehte sich um. Der Saum blieb weit über den Füßen. „Bequem?“, fragte Puschel. „Ja. Und ich kann dich gut sehen.“ Sie brauchte keine Schminke und keine besonderen Zähne. Für ihr Spiel reichten der Umhang und eine Idee.
Flauschi hob eine Pfote und lächelte. „Guten Abend, lieber Festgast. Schön, dass du da bist!“ Puschel schaute zum sonnigen Himmel. „Aber es ist Nachmittag.“ Flauschi kicherte. „Dann üben wir den Abend schon einmal.“ „Ach so. Ich bin der Festgast.“ „Wenn du Lust hast.“ Puschel nickte und machte sich ganz aufrecht.
„Vielen Dank für die Einladung“, sagte er und verbeugte sich. Erst ein wenig, dann noch ein wenig tiefer. Seine große Stirnlocke kippte nach vorn und wackelte vor seiner Nase. „Oh“, murmelte er. „Meine Locke begrüßt dich auch.“ Er richtete sich wieder auf. Die Locke hüpfte zurück. Flauschi lachte leise. „Sie war besonders höflich.“ „Sie wollte zuerst Hallo sagen.“
Beim nächsten Versuch beugte Puschel nur ein kleines bisschen den Oberkörper. Beide Füße blieben sicher auf dem Boden, und diesmal blieb auch seine Locke oben. „So sehe ich dich beim Grüßen“, sagte er. Flauschi nickte. „Mir gefällt dein Gruß. Eine kleine Verbeugung genügt.“ „Oder ein Winken?“ „Das geht genauso.“ Puschel winkte. Sein Schweif wippte fröhlich hinter ihm.
Nun überlegten sie sich erfundene Gäste. Eine Gespensterdame konnte mit einem ganz leisen „Huhu“ begrüßt werden. Ein Kürbisherr bekam ein freundliches Nicken. Für eine Fledermaus dachten sie sich einen Gruß mit einer hochgehobenen Pfote aus. Niemand musste fliegen oder jemanden erschrecken. „Und wenn unser Gast heute gar nicht sprechen möchte?“, fragte Puschel. „Dann lassen wir ihm Zeit“, sagte Flauschi. „Ein Lächeln kann auch willkommen heißen.“
Am Zaun bewegten sich die beiden Papiergespenster im Wind. Zwischen den drei Papierfledermäusen hing die mittlere noch immer kopfüber, unter der orangefarbenen Schleife. Der ganze Kürbis auf dem niedrigen Tisch hatte seine helle Sichelstelle behalten. Puschel nickte ihm zu. „Willkommen, Herr Kürbis.“ „Der lächelt schon zurück“, sagte Flauschi.
Nach einer Weile zog Flauschi den Umhang aus und legte ihn auf den Tisch. Ihr Vampirgruß funktionierte auch ohne Verkleidung. „Schön, dass du da bist“, sagte sie zu Puschel. Diesmal verbeugte er sich nur ein kleines bisschen. „Schön, dass du das sagst.“ Und seine Stirnlocke blieb ganz zufrieden an ihrem Platz.
Eure kleine Familienidee
Denkt euch eine lustige Begrüßung für erfundene Festgäste aus. Probiert ein freundliches Wort, Winken oder ein kleines Nicken. Verkleidung ist freiwillig; auch Zuschauen oder ein stilles Lächeln zählt.
Für Erwachsene: Lumi-Tipp für Erwachsene: Lassen Sie Kinder selbst entscheiden, ob und wie sie begrüßen oder sich verkleiden möchten. Keine Berührung, Verbeugung oder Schminke verlangen. Bei Umhängen freie Sicht, freie Bewegung und kurzen Saum prüfen; keine Schnüre oder Knoten am Hals. Änderungen übernehmen Erwachsene. Bei Unbehagen sofort ausziehen.
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