Halloween · 16 Tage noch ·
Die Suppe, die fast ein Zaubertrank war

Auf dem niedrigen Küchentisch standen zwei Schalen mit orangefarbener Kürbissuppe. Puschel schnupperte. Flauschi stellte zwei Löffel dazu. Sie hatten das Essen gemeinsam vorbereitet: Flauschi hatte den bekannten Speisekürbis geschnitten und die Suppe gekocht. Puschel hatte die Untersetzer und Servietten gebracht. Nun war die Suppe auf angenehme Esstemperatur abgekühlt.
„Noch sechzehn Tage bis Halloween“, sagte Puschel. „Da braucht unsere Suppe einen besonderen Namen.“ Er nahm seinen leeren Löffel und hielt ihn niedrig über die eigene Schale. „Das ist heute mein Zauberstab!“ Flauschi betrachtete erst den Löffel und dann die Suppe. „Mein Löffel darf heute einfach ein Löffel bleiben. Ich möchte nämlich probieren.“
„Nur einen winzigen Zauberspruch“, bat Puschel. Er überlegte. „Kürbis rund und Löffel klein, diese Suppe soll …“ Er stockte. Flauschi wartete. „… ein Kissen sein!“ Puschel schaute überrascht in seine Schale. Zum Glück blieb alles Suppe. „Das war der falsche Reim“, sagte er. „Ich habe noch an unsere Einladungen von gestern gedacht.“ Flauschi kicherte. „Ein Suppenkissen wäre auch ziemlich unpraktisch. Das würde beim Draufsetzen schwappen.“
Puschel legte den Löffel neben die Schale. „Dann lieber etwas, das gut schmeckt.“ Er versuchte es noch einmal, diesmal ohne zu fuchteln. „Kürbis rund und Löffel klein, diese Suppe soll … lecker sein!“ Flauschi lächelte. „Das können wir herausfinden. Ganz ohne Zauberei.“ Sie nahm einen kleinen Löffel voll. Puschel wartete auf ihr Urteil und hielt vor Aufregung die Pfoten still.
„Mild und schön cremig“, sagte Flauschi. Jetzt probierte auch Puschel. „Schmeckt nach Kürbis“, stellte er zufrieden fest. Dann sah er seinen Löffel genauer an. „Mein Zauberstab kann sogar Suppe tragen.“ „Das konnte er vorher schon“, sagte Flauschi. „Er hat nur auf seinen Einsatz gewartet.“ Puschel lachte und nahm noch einen kleinen Löffel voll.
Draußen leuchteten die Herbstblätter vor den beiden runden Küchenfenstern. Drinnen stand der Herd schon still. „Wie nennen wir sie nun?“, fragte Flauschi. Puschel dachte kurz nach. „Goldene Gemütlichkeitssuppe.“ Er deutete mit dem Kinn auf die orange Farbe. „Weil sie so freundlich aussieht. Und weil wir uns beim Essen Zeit lassen.“ Flauschi nickte. „Ein Fantasiename für eine ganz gewöhnliche, gute Suppe.“
Sie stellten die Löffel zum Reden ab und aßen in Ruhe weiter. Es musste nichts glitzern, schweben oder plötzlich seine Farbe wechseln. Als Puschel die letzten Reste aus seiner Schale löffelte, grinste er. „Fast wäre das ein Zaubertrank geworden.“ Flauschi schaute auf die leeren Schalen. „Zum Glück ist es unser Abendessen geblieben.“ Und Puschel fand: Für ein gemütliches Halloweenfest war das eine ziemlich leckere Idee.
Eure kleine Familienidee
Genießt mit Erwachsenen eine bekannte Suppe, die ihr vertragt, und erfindet einen lustigen Fantasienamen. Erst auf angenehme Esstemperatur abkühlen lassen. Wer nicht probieren möchte, kann seine Fantasiesuppe auf Papier malen.
Für Erwachsene: Lumis Hinweis für Erwachsene: Nur sicher bekannten Speisekürbis verwenden, keine Zierkürbisse. Erwachsene übernehmen Schneiden, Herd, Pürieren und heiße Flüssigkeiten. Schalen standsicher aufstellen und die Temperatur vor dem Essen prüfen; Verträglichkeiten beachten. Löffel bleiben beim eigenen Essen, nicht damit fuchteln. Fantasienamen ändern keine Zutaten; niemand muss kosten.
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