Gefühle & Miteinander
Kann ich gleichzeitig froh und traurig sein?
Puschel freut sich über einen Besuch und vermisst ihn schon beim Abschied.

Kurz erklärt
Ja. Freude und Traurigkeit können gleichzeitig da sein, zum Beispiel beim Abschied vor einem schönen neuen Anfang. Du musst dich nicht für ein einziges Gefühl entscheiden. Andere dürfen in derselben Situation anders empfinden.

Eine erfundene Wuselszene
Puschel und Flauschi entdecken
Ein schöner Besuch ist zu Ende. Puschel sitzt auf der Bank. Puschel„Ich bin froh, dass wir zusammen gespielt haben. Und traurig, dass der Besuch jetzt weg ist.“
Flauschi setzt sich mit etwas Abstand dazu. Flauschi„Beides darf gerade da sein.“
Puschel„Muss ich mich nicht für ein Gefühl entscheiden?“ Flauschi„Nein. Magst du erzählen, oder soll ich einfach hier sitzen?“
Puschel„Erst sitzen. Dann erzähle ich vielleicht vom lustigen Teil.“
Sie bleiben eine Weile nebeneinander. Kein Lächeln muss die Traurigkeit wegschieben. Später erzählt Puschel von dem Blatt, das allen auf die Nase gefallen war.
Erkläre es selbst
Hier geht es um eine erfundene Situation und rücksichtsvolles Handeln, nicht darum, welche Gefühle du haben sollst.
Puschel freut sich auf etwas Neues und ist traurig über den Abschied. Was passt?
Wähle a), b) oder c) und begründe deine Wahl.
- a)Beide Gefühle dürfen gleichzeitig da sein.
- b)Er muss eines der Gefühle verbieten.
- c)Nur andere dürfen entscheiden, was er fühlt.
Erklärung zeigen
Richtig ist a): Beide Gefühle dürfen gleichzeitig da sein.
Ja. Freude und Traurigkeit können gleichzeitig da sein, zum Beispiel beim Abschied vor einem schönen neuen Anfang. Du musst dich nicht für ein einziges Gefühl entscheiden. Andere dürfen in derselben Situation anders empfinden.
Fragen zum Weiterdenken
Welche zwei Gefühle könnte Puschel beim Abschied erleben?
Gesprächsidee zeigen
Zum Beispiel Freude über den Besuch und Traurigkeit über den Abschied. Andere Beschreibungen sind möglich.
Was wäre für dich angenehm: erzählen, still sitzen oder etwas anderes?
Gesprächsidee zeigen
Du darfst selbst wählen und auch später anders entscheiden. Du musst nichts Persönliches erzählen.
Genauer entdecken
Hier findest du längere Erklärungen und weitere Einzelheiten. Ihr könnt sie gemeinsam entdecken.
Schritt für Schritt verstehen
Was bedeutet das im Alltag?
Die Beispiele sind mögliche Situationen. Du musst kein bestimmtes Gefühl haben und keine persönliche Geschichte erzählen.
Zwei Seiten einer Situation
Du freust dich auf eine neue Klasse und vermisst gleichzeitig deine alte. Die Freude löscht das Vermissen nicht aus. Beide Gefühle können zu derselben Veränderung gehören.
Worte können unterscheiden helfen
Vielleicht passt froh für die neuen Möglichkeiten und traurig für den Abschied. Du darfst auch sagen, dass du es noch nicht weißt.
Keine Entscheidung zwischen Gefühlen
Du musst nicht das richtige Gefühl auswählen. Eine vertraute Person kann zuhören. Die Bildkarten zeigen zwei mögliche Gefühle nebeneinander, keine Pflicht, beide zu empfinden.
Das Wichtigste noch einmal
Wissen 1
Manchmal erleben Menschen verschiedene Gefühle gleichzeitig, zum Beispiel Freude und Traurigkeit.
Beleg: [1]
Wissen 2
Menschen können in derselben Situation Unterschiedliches fühlen. Es gibt kein vorgeschriebenes Gefühl.
Beleg: [2]
Wissen 3
Gefühle lassen sich manchmal benennen, manchmal noch nicht. Zuhören und freiwilliges Erzählen können helfen, sie besser zu verstehen.
Beleg: [2]