Weihnachtscountdown · 57 Tage noch · 2026-10-28
Vorräte im Wald

Am Rand des Waldwegs raschelte es. Puschel blieb stehen und nahm beide Pfoten dicht vor seine Brust. Zwischen einer dicken Wurzel und dem goldenen Laub saß ein Eichhörnchen mit einer Haselnuss. Es war rotbraun und hatte einen buschigen Schweif. PuschelPuschel: „Schau mal. Das hat sein Frühstück schon dabei.“
Flauschi blieb neben ihm auf dem Weg. Auch sie schaute hinüber, ohne näher zu treten. Neben der Wurzel lagen noch zwei Nüsse. FlauschiFlauschi: „Vielleicht frisst es gerade. Eichhörnchen legen im Herbst auch Vorräte für den Winter an.“ Puschel betrachtete die kleine Nuss zwischen den Vorderpfoten des Tieres. PuschelPuschel: „Dann ist der Wald ja voller Vorratsschränkchen.“
Er sagte das so leise, dass es eher ein Gedanke mit Stimme war. FlauschiFlauschi: „Die Vorräte sind an verschiedenen Stellen versteckt. Wir lassen solche Plätze in Ruhe.“ Puschel ließ seine Pfoten, wo sie waren. Nur weil eine Nuss zu sehen war, gehörte sie noch lange nicht ihm.
Eine Weile beobachteten sie das Eichhörnchen. Es drehte die Nuss zwischen seinen Vorderpfoten. PuschelPuschel: „Die kann es aber gut festhalten.“ Flauschi nickte. Zwischen den beiden Wuselhörnchen und dem Tier blieb ein Stück freier Waldweg. Sie mussten nicht ganz nah heran, um etwas zu entdecken.
Puschel dachte an ihre Weihnachtskiste zu Hause. Dort konnten Papier, Band und kleine Ideen auf später warten. PuschelPuschel: „Bei uns wartet ein Geschenkschild. Beim Eichhörnchen wartet etwas zu essen.“ FlauschiFlauschi: „Ja. Und deshalb nehmen wir aus einem Vorratsversteck nichts mit.“ Puschel schaute auf seine leeren Pfoten. PuschelPuschel: „Gut, dass ich meine Mitnehm-Pfoten heute auf Beobachten gestellt habe.“
Flauschi musste lächeln. Sie brauchten auch nicht unter den Blättern nach weiteren Nüssen zu suchen. Kein Versteck musste aufgedeckt werden, nur damit sie es genauer ansehen konnten. Der Waldboden durfte so bleiben, wie sie ihn gefunden hatten.
Als sich das Eichhörnchen bewegte, gingen die beiden ruhig auf ihrem Weg weiter. Puschel drehte sich nicht noch einmal nach den Nüssen um. PuschelPuschel: „Für unsere Gäste überlegen wir uns zu Hause etwas. Aus unseren eigenen Sachen.“ FlauschiFlauschi: „Und dem Waldgast lassen wir seine.“
Bald hörten sie wieder nur das Rascheln ihrer Schritte. PuschelPuschel: „Heute habe ich etwas gelernt, ohne etwas einzusammeln.“ FlauschiFlauschi: „Das passt gut in deine Erinnerung.“ Puschel grinste. In der war noch reichlich Platz – sogar ohne Vorratsschrank.
Eure kleine Vorbereitung
Wenn ihr mögt, überlegt zu Hause: Was bewahren wir für später auf, und was gehört jemand anderem? Ihr könnt dazu malen oder erzählen. Bei einem begleiteten Waldspaziergang genügt ruhiges Beobachten vom Weg aus. Tiere, Verstecke und Vorräte bleiben unberührt; niemand muss mitmachen.
Für Erwachsene: Wildtiere aus Abstand beobachten, nicht verfolgen, anfassen oder für ein Foto anlocken. Verstecke nicht suchen, öffnen oder ausräumen; keine unbekannten Waldfrüchte kosten. Ob sichtbare Nüsse tatsächlich ein Vorrat sind, lässt sich aus dem Bild allein nicht erkennen. Eichhörnchen verteilen ihre Nahrungsvorräte auf mehrere Verstecke; nicht alle Waldtiere bereiten sich auf dieselbe Weise auf den Winter vor.
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