Weihnachtscountdown · 56 Tage noch · 2026-10-29

Der Wind spielt mit

Puschel und Flauschi stehen gleich groß auf einem goldenen Herbstwaldweg. Beide öffnen lächelnd den Mund für ihren Wuselruf und heben je eine leere Pfote. Lose Blätter wehen vorbei, eine grüne Fichte steht im Hintergrund. Flauschis einzelne weiße Blüte sitzt an ihrem linken Ohr.
Der Wind raschelt, die Wusels antworten – und ein eigener Weihnachtsgruß entsteht.

Ein goldenes Blatt drehte sich vor Puschels Nase einmal im Kreis. Dann segelte es über den breiten Waldweg davon. Puschel blieb neben Flauschi stehen und spitzte die Ohren. Über ihnen rauschten die Zweige. Puschel„Hör mal! Der Wald macht heute Musik, aber jemand hat das Glöckchen vergessen.“

Flauschi lächelte. Ihr kleines goldenes Glöckchen lag sicher zu Hause auf seinem weichen Tuch. Hier draußen klang es ganz anders: erst ein langes Rauschen, dann ein trockenes Rascheln am Boden. Flauschi„Vielleicht braucht der Wind gar kein Glöckchen.“ Puschel„Dann braucht er wenigstens einen Wusel, der mitsingt.“

Er öffnete den Mund zu einem feierlichen Ton. Genau in diesem Moment kitzelte ihn die Luft an der Nase. Statt eines langen Rufes kam nur ein kurzes Prusten heraus. Puschel blinzelte. Flauschi kicherte leise, und schließlich musste auch er lachen. Puschel„Das war die Nasenprobe. Der richtige Anfang kommt noch.“

Die beiden blieben mit ihren Füßen fest auf dem Weg. Ein paar lose Blätter tanzten vorbei; hinterherlaufen mussten sie ihnen nicht. Puschel hielt eine leere Pfote in die Luft, Flauschi legte ihre andere Pfote an die Brust. Erst hörten sie zu. Als das Rauschen leiser wurde, probierte Puschel einen kleinen Ruf. Puschel„Wusel-wuu – ich freu mich, du?“ Flauschi antwortete sofort. Flauschi„Wusel-wii – und wie!“

Für einen Augenblick sahen sie sich sehr zufrieden an. Dann schob der Wind wieder raschelnd die Blätter über den Boden. Puschel„Der hat noch einen viel längeren Text.“ Flauschi„Unserer darf kurz bleiben. Den können wir uns bis Weihnachten merken.“ Puschel nickte. Einen ganzen Wald voller Wörter hätte er bestimmt irgendwo zwischen heute und Dezember verloren.

Sie versuchten es noch einmal, ganz ohne Eile. Diesmal ließ Puschel nach seiner Frage eine kleine Lücke für Flauschis Antwort. Zusammen klang es freundlicher als sein feierlicher erster Versuch. Nicht besonders laut, nicht besonders ordentlich – aber unverwechselbar nach ihnen beiden. Auch ohne Instrument hatten sie etwas Eigenes gefunden.

Puschel„Wenn später Gäste kommen, könnten wir sie so begrüßen.“ Flauschi„Wenn sie mögen. Und wer lieber nur winkt, winkt eben.“ Puschel hob seine Pfote zum Probieren. Das ging sogar ganz ohne Ton. Sie behielten beides: einen kurzen Ruf für lustige Momente und ein Winken für die stillen.

Dann gingen sie gemütlich weiter. Die grüne Fichte stand zwischen den goldenen Bäumen, und unter ihren Füßen raschelte der Weg. Puschel„Das Glöckchen darf zu Hause klingeln. Der Wind hat uns schon etwas anderes geschenkt.“ Flauschi„Eine Idee, die in jede leere Pfote passt.“ Puschel schaute auf seine Pfoten und grinste. Für diesen Weihnachtsgruß brauchten sie wirklich nichts einzusammeln.

Eure kleine Vorbereitung

Wenn ihr mögt, erfindet zu Hause einen kurzen Gruß aus Frage und Antwort. Sprecht oder summt ihn in angenehmer Lautstärke. Ein Winken passt genauso gut; Zuhören oder Aussetzen ist jederzeit erlaubt. Für eure Weihnachtsgäste könnt ihr euch den Gruß merken.

Für Erwachsene: Bei Wind nur einen geeigneten, sicheren Ort wählen; bei kräftigem Wind oder Sturm bleibt ihr drinnen. Kinder im Wald begleiten, auf dem Weg bleiben und keine fliegenden Blätter verfolgen. Kein lautes Rufen nötig; niemand muss mitsingen oder besonders lange ausatmen.

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