Weihnachtscountdown · 54 Tage noch · 2026-10-31
Ein Geschenk an den Wald

Auf dem Waldweg blieb Puschel stehen. Vor seinen Pfoten lag ein goldenes Blatt, daneben ein kleiner Zapfen. Sonnenlicht fiel zwischen die Bäume und ließ den Blattrand leuchten. PuschelPuschel: „Das wäre schön für unsere Weihnachtskiste.“ Er streckte noch keine Pfote aus. Erst einmal schaute er genau hin.
Flauschi trat neben ihn. Beide standen auf dem Weg, und das Blatt blieb vor ihnen liegen. FlauschiFlauschi: „Schön ist es auch hier.“ Puschel sah vom Blatt zum Zapfen und weiter zu den grünen Fichtenzweigen. Da hatte sie recht. Der Wald hatte sich ganz ohne ihre Hilfe ein gemütliches Plätzchen eingerichtet.
PuschelPuschel: „Dann nehmen wir heute nichts mit?“ FlauschiFlauschi: „Vielleicht eine Erinnerung.“ Puschel runzelte die Stirn. Er hatte schon viele Dinge getragen, aber eine Erinnerung hatte er noch nie in einer Pfote gesehen. Vorsichtig hielt er seine leere Hand auf und betrachtete sie. Sie sah genauso leer aus wie vorher.
Flauschi lächelte und zeigte mit ihrer offenen Pfote zum Boden. FlauschiFlauschi: „Schau dir die Farben an. Und hör einen Moment zu.“ Zwischen den Ästen raschelte es leise. Ein Sonnenfleck wanderte über das Laub. Puschel legte eine Pfote an seine Brust und ließ die andere sinken. Das goldene Blatt und der kleine Zapfen blieben unberührt.
Er merkte sich die hellen Blattspitzen, den braunen Zapfen und Flauschis zufriedenes Gesicht. Dann machte er die Augen für einen kurzen Augenblick zu. Da war das Bild noch immer in seinem Kopf. PuschelPuschel: „Es passt hinein! Ganz ohne Falten.“ Flauschi kicherte. Für diese Erinnerung brauchten sie weder eine Schachtel noch ein besonders großes Regal.
Eine Weile standen sie einfach da. Puschel musste nicht jedes schöne Ding besitzen, damit es zu seinem Tag gehörte. Das Blatt durfte hier weiterleuchten. Der Zapfen durfte hier liegen bleiben. Und der Platz sah noch genauso aus wie vor ihrer Ankunft. Nur die beiden fühlten sich ein bisschen reicher.
PuschelPuschel: „Ist Liegenlassen auch ein Geschenk?“ FlauschiFlauschi: „Heute schenken wir diesem Platz, dass wir ihn so lassen.“ Sie verbeugten sich nicht und banden auch keine Schleife um einen Ast. Ihr kleines Geschenk brauchte keine Verpackung. Sie schauten noch einmal hin, bevor sie auf dem vertrauten Weg weitergingen.
Unterwegs dachte Puschel an die Weihnachtsgäste. Später konnte er ihnen vom goldenen Blatt erzählen und davon, wie der Wald an diesem Tag gerochen hatte. PuschelPuschel: „Unsere Kiste bleibt heute leerer, aber meine Geschichte wird voller.“ Flauschi nickte. Hinter ihnen blieb ein schöner Platz zurück. Vor ihnen lag der Heimweg – und die Erinnerung ging mit.
Eure kleine Vorbereitung
Wenn ihr mögt, sucht bei einem gemeinsamen Spaziergang einen schönen Platz und schaut ihn in Ruhe an, ohne etwas mitzunehmen. Zu Hause könnt ihr davon erzählen oder ihn aus der Erinnerung malen. Ein Blick aus dem Fenster ist genauso willkommen.
Für Erwachsene: Gemeinsam auf bekannten, erlaubten Wegen bleiben. Naturfunde, Pflanzen und Tiere ungestört lassen; nichts probieren oder für das Bild umlegen. Bei schlechtem Wetter die Beobachtung nach drinnen verlegen.
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