Weihnachtscountdown · 50 Tage noch · 2026-11-04
Halbzeit der Vorfreude

Das Nachmittagssonnenlicht fiel durch die runden Fenster. Auf dem niedrigen Tisch lag das goldene Glöckchen auf seinem weichen Tuch. Daneben standen zwei Tassen, der Zapfen mit der roten Schleife und das geschlossene rote Buch. Flauschi zeigte mit offener Pfote auf den Tisch. FlauschiFlauschi: „Weißt du noch, wie leise wir das Glöckchen ausprobiert haben?“ PuschelPuschel: „Ich weiß noch, wie lange wir danach gelauscht haben.“
Puschel sah zum Papierstern am Fenster. Einer seiner Zacken leuchtete heller als die anderen. Als sie den Stern aufgehängt hatten, hatten sie ein paar Schritte zurückgehen müssen, um ihn ganz zu sehen. PuschelPuschel: „Der Stern hat mir schon Freude gemacht, als er noch auf dem Tisch lag.“ FlauschiFlauschi: „Mir auch. Beim Falten war jede Spitze eine kleine Überraschung.“
Jetzt waren es noch fünfzig Tage bis Weihnachten. Puschel dachte an den Anfang ihres Countdowns und betrachtete die geschlossene Weihnachtskiste neben dem Schrank. Sie hatten damals kaum gewusst, welche Ideen hineinpassen würden. PuschelPuschel: „Wir sind schon bei der Hälfte.“ FlauschiFlauschi: „Und manche meiner liebsten Erinnerungen passen gar nicht in die Kiste.“
Sie meinte den Sonnenfleck auf dem Teppich, in dem sie einfach eine Weile stehen geblieben waren. Auch an den Waldgruß von gestern dachte sie. Beim Malen hatten sie sich daran erinnert, wie freundlich ein Nachbar ihnen den trockenen Weg gezeigt hatte. Das Bild wollten sie ihm bei Gelegenheit überreichen. Schon die gemeinsame Zeichnung hatte ihnen Freude gemacht.
Flauschi blickte wieder auf den Zapfen. Das rote Band hatte beim Binden immer wieder eine andere Form angenommen. FlauschiFlauschi: „Meine Schleife sah zuerst aus wie zwei müde Ohren.“ PuschelPuschel: „Vielleicht war sie vom vielen Üben müde.“ Beide lachten, und für einen Augenblick hörten sie nur noch das leise Knacken aus dem Kamin.
Sie mussten sich nicht darauf einigen, was bisher am schönsten gewesen war. Puschel mochte das Lauschen nach dem Klang. Flauschi mochte die Zeit, in der sie zusammen gemalt hatten. Sie ließen das Glöckchen auf dem Tuch ruhen und erzählten einander, was ihnen davon im Gedächtnis geblieben war.
Auf dem Tisch lag das rote Buch mit seinem grünen Lesezeichen. Puschel sah es an und rückte eine Tasse ein Stück zur Seite. PuschelPuschel: „Wollen wir später noch ein bisschen lesen?“ FlauschiFlauschi: „Gern. Jetzt möchte ich noch kurz hierbleiben.“ Sie blieb neben ihm stehen und schaute zu, wie das Licht über die Tischkante wanderte.
Der Papierstern drehte sich ein kleines Stück. Puschel und Flauschi schauten ihm nach. Für den Rest des Nachmittags hatten sie Platz gelassen. In diesen Platz passte eine Geschichte, vielleicht noch ein Blick aus dem Fenster und auf jeden Fall genug Zeit füreinander.
Eure kleine Vorbereitung
Erzählt euch von einer kleinen Sache, die euch in letzter Zeit Freude gemacht hat. Wer mag, kann sie malen oder einfach zuhören.
Für Erwachsene: Lassen Sie jedes Kind selbst entscheiden, ob und was es erzählen möchte. Zum Malen genügen Papier und kindgerechte Stifte.
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