Weihnachtscountdown · 49 Tage noch · 2026-11-05
Puschels Geschenkidee

Vor dem Kamin knackte ein Holzscheit. Auf dem niedrigen Tisch standen zwei Tassen, und der Papierstern drehte sich langsam im Fenster. Puschel war schon zweimal an der Weihnachtskiste vorbeigegangen. Beim dritten Mal blieb er stehen. Er wollte Flauschi zu Weihnachten etwas schenken, das ihr auch nach dem Auspacken noch Freude machte. Aber was konnte das sein?
Sein Blick wanderte über den Zapfen mit der roten Schleife zum roten Buch. Flauschi mochte beides. Den Zapfen hatten sie zusammen geschmückt, und im Buch steckte noch das grüne Lesezeichen von ihrer letzten Vorlesestunde. Puschel ging zu Flauschi an den Teppichrand und öffnete fragend eine Pfote. PuschelPuschel: „Wenn du dir einen Nachmittag noch einmal aussuchen könntest, welcher wäre das?“
Flauschi legte die Pfoten aneinander und dachte nach. FlauschiFlauschi: „Weißt du noch, wie wir den Papierstern gefaltet haben?“ PuschelPuschel: „Ja. Meine erste Spitze war ganz schief.“ FlauschiFlauschi: „Genau da mochte ich es am liebsten. Wir haben das Papier wieder aufgeklappt und zusammen herausgefunden, wo die Falte hingehört.“
Puschel sah zum Fenster. Von hier aus hätte er die schiefe Spitze gar nicht mehr wiedergefunden. Flauschi erinnerte sich trotzdem ausgerechnet daran. Dann zeigte sie auf das Buch. FlauschiFlauschi: „Und beim Vorlesen mag ich die Stelle, an der du kurz innehältst.“ PuschelPuschel: „Weil dann etwas Spannendes kommt?“ FlauschiFlauschi: „Weil ich dir dann erzählen kann, was ich mir gerade vorstelle.“
Auf dem Tisch lag das goldene Glöckchen auf seinem weichen Tuch. Puschel hatte schon daran gedacht, ihr auch eines zu schenken. Jetzt fiel ihm ein, wie lange sie nach dem Klingeln nebeneinander gelauscht hatten. Er ließ das Glöckchen liegen und wartete, ob Flauschi noch etwas erzählen wollte. FlauschiFlauschi: „Am Sonnenfleck neulich hat mir gefallen, dass wir einfach ein bisschen geblieben sind.“
Puschel rückte eine Tasse vom Rand weg und schaute zu Flauschi. PuschelPuschel: „Sollen wir nachher beim grünen Lesezeichen weiterlesen?“ FlauschiFlauschi: „Gern. Darf ich diesmal zuerst erzählen, was ich auf dem Bild sehe?“ PuschelPuschel: „Ja. Ich halte das Buch so, dass wir beide gut hineinschauen können.“
Bis Weihnachten waren es noch neunundvierzig Tage. Puschel hatte jetzt eine Idee. Er könnte eine Geschichte aussuchen und sich für Flauschi einen Nachmittag freihalten, an dem sie beim Lesen so oft anhalten konnten, wie sie wollten. Welche Geschichte es sein würde, behielt er für sich. Heute würden sie dort weiterlesen, wo das grüne Band zwischen den Seiten hervorschaute.
Eure kleine Vorbereitung
Fragt einander, welchen gemeinsamen Moment ihr gern noch einmal erleben würdet. Wer mag, kann erzählen, malen oder zuhören.
Für Erwachsene: Geben Sie den Kindern Zeit zum Überlegen. Auch ein kurzer alltäglicher Moment darf ein Lieblingsmoment sein.
Weiterwuseln
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