Entdeckung 12 / 27
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Die silberne Schneckenspur
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Der Regen hatte aufgehört. Unter den Bäumen duftete es nach feuchter Erde, und auf einem großen heruntergefallenen Blatt schimmerte eine dünne silberne Linie. Puschel setzte sich davor und legte den Kopf schief.
Puschel„Flauschi! Hier hat jemand eine winzige Rutschbahn gebaut. Aber wo sind die kleinen Schlitten?“
Flauschi kniete sich mit etwas Abstand neben ihn. Am anderen Ende des Blattes bewegte sich eine Weinbergschnecke. Ihr rundes braunes Haus wackelte kaum, während sie langsam vorwärtsglitt.
Flauschi„Ich glaube, deine Rutschbahn hat einen Bewohner. Schau, die Schnecke hat diese Spur hinterlassen.“
Puschel„Dann ist sie ja ihr eigener Wegebauer! Und sie nimmt das ganze Haus mit. Das würde ich mit unserer Küche auch gern versuchen.“
Flauschi kicherte. Puschel ließ beide Pfoten auf seinen Knien liegen. Die Schnecke sollte ihren Weg ganz ungestört fortsetzen können.
Flauschi„Unter ihrem Körper hat sie eine breite Unterseite. Die heißt Kriechfuß. Muskeln darin helfen ihr, vorwärtszukriechen. Darunter macht sie eine feuchte, glitschige Schicht aus Schleim. Hinter ihr bleibt manchmal eine glänzende Spur zurück.“
Puschel„Ein Fuß? Und trotzdem fällt sie nicht um? Ich habe zwei und schaffe das ziemlich oft!“
Die Schnecke streckte ihre Fühler aus. Zwei ragten länger nach oben, zwei kürzere saßen darunter. Flauschi zeigte aus der Entfernung darauf, ohne das Blatt oder das Tier zu berühren.
Flauschi„An den Spitzen der beiden langen Fühler sitzen ihre Augen. Wir schauen nur zu, damit sie sich nicht erschreckt.“
Puschel wurde ganz still. Eine Weile hörten sie nur einen Tropfen von einem Zweig fallen. Dann war die Schnecke ein kleines Stück weitergekrochen.
Puschel„Sie muss sich überhaupt nicht beeilen. Ihr Zuhause wartet ja nicht auf sie – es fährt mit!“
Flauschi lächelte. Gemeinsam blieben sie noch einen Moment sitzen. Dann gingen sie vorsichtig auf dem Weg weiter und ließen Blatt, Schnecke und silberne Spur genau dort, wo sie waren. Manche Waldentdeckungen brauchten keine schnellen Pfoten. Nur einen ruhigen Blick.
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
Die Weinbergschnecke bewegt sich auf einer breiten Unterseite. Diese heißt Kriechfuß. Darin sitzen Muskeln – Teile ihres Körpers, die sie bewegen kann. Mit ihnen kriecht sie vorwärts. Darunter macht sie eine feuchte, glitschige Schicht aus Schleim. Manchmal bleibt eine glänzende Spur zurück.
Die Schnecke hat vier Fühler: zwei lange und zwei kurze. Je zwei zusammen nennt man ein Paar. Oben auf den beiden langen Fühlern sitzen ihre Augen.
Wenn sich die Schnecke bedroht fühlt, kann sie ihren weichen Körper ganz in ihr Schneckenhaus ziehen. Dieses harte Haus heißt Gehäuse.
Weinbergschnecken mögen unter anderem feuchte, schattige Plätze am Waldrand. Wir schauen nur zu. Wir fassen sie nicht an und nehmen sie nicht mit.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: LUBW – Weinbergschnecke, Lebensraum und Körperbau
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