Entdeckung 24 / 27
Puschel & Flauschis Waldentdeckungen
Das verschwundene Vogelkonzert
Die grüne Forscherlupe mit Blattgriff

Puschel und Flauschi kamen zu der kleinen Biegung, an der sie im Frühling oft stehen geblieben waren. Damals hatte es aus vielen Zweigen gleichzeitig gepfiffen und gesungen. Heute raschelten vor allem die trockenen Blätter. Puschel hielt eine Pfote an sein Ohr und wartete.
Puschel„Das Vogelkonzert fällt aus. Hoffentlich haben wir keine Eintrittskarte gebraucht.“
Flauschi blieb neben ihm stehen. Erst hörten sie den Wind. Dann das leise Knirschen unter Puschels Fuß, als er seine Stellung veränderte. Er zog die Pfote zurück und stellte sich still hin. Sie warteten noch ein bisschen. Aus einem Busch kam ein kurzer Laut.
Puschel„Da! Einer probiert schon sein Instrument.“
Flauschi„Vielleicht hören wir einen Ruf. Nicht jeder Vogellaut ist ein langes Lied.“
Puschel sah aufmerksam in Richtung des Busches. Er konnte keinen Vogel erkennen, und sie schoben die Zweige nicht auseinander. Kurz darauf hüpfte eine kleine Kohlmeise auf einen gut sichtbaren Ast weiter oben. Sie war gelb und schwarz, mit weißen Wangen. Ihre Bewegungen waren viel schneller als die der beiden Wusels.
Puschel„Die ist ja noch da. Ich dachte, vielleicht wären alle weggezogen.“
Flauschi„Einige Vögel ziehen im Herbst in andere Gebiete. Andere bleiben hier. Und manche kommen aus kälteren Gegenden zu uns.“
Puschel sah hinauf zur Meise. Der Wald hatte also nicht einfach zugemacht. Die Vögel machten Unterschiedliches, und die Jahreszeit veränderte, welche Stimmen man hörte. Flauschi erzählte, dass viele Vögel im Frühling besonders viel sangen, wenn sie einen Partner suchten oder ihr Gebiet zeigten. Nach dieser Zeit war es oft ruhiger.
Puschel„Dann ist heute vielleicht kein großes Konzert. Eher eine kleine Unterhaltung zwischen den Zweigen.“
Sie beschlossen, noch einmal ganz still zu lauschen. Puschel wollte die Meise zuerst nachmachen. Sein Schnabel fehlte allerdings, und aus seinem Mund kam nur ein ziemlich schiefer Pfiff. Die Meise wechselte den Ast. Puschel legte seine Pfote sofort wieder an den Bauch.
Puschel„Gut. Ich höre lieber zu. Mein Auftritt braucht noch etwas Übung.“
Flauschi„Und wir lassen den Vogel entscheiden, wohin er fliegt. Wir rufen ihn nicht zu uns.“
Ein zweiter kurzer Laut kam von weiter hinten. Puschel wusste nicht, ob er zu derselben Meise gehörte. Er schaute nicht wild von Baum zu Baum, sondern merkte sich einfach die Richtung. Das Zuhören fühlte sich plötzlich anders an: nicht wie Warten auf einen großen Auftritt, sondern wie Sammeln von kleinen Hinweisen.
Puschel„Heute höre ich Wind, Blätter und zwei Vogelrufe. Das ist auch eine ganze Menge.“
Flauschi nickte. Sie konnten an einem anderen Tag wieder hier stehen und vergleichen. Uhrzeit und Wetter konnten ebenfalls einen Unterschied machen. Eine stille Minute sagte nicht alles über einen Wald. Die Meise flog schließlich zwischen die Zweige, und beide ließen sie ziehen.
Puschel„Das Konzert ist nicht verschwunden. Es hat nur ein anderes Programm.“
Auf dem Heimweg raschelten Puschels Schritte wieder zwischen den Blättern. Diesmal störte ihn das leise Programm nicht. Als Flauschi stehen blieb, blieb er gleich mit stehen. Vielleicht gab es noch einen kleinen Ton, den sie bisher überhört hatten.
Genau hingeschaut
Das haben die beiden entdeckt
Viele Vögel singen besonders während der Partnersuche und Brutzeit. Im Herbst hört man deshalb oft weniger lange Gesänge.
Nicht alle Vögel ziehen fort. Manche bleiben; andere kommen aus nördlicheren oder kälteren Gebieten zu uns.
Vögel geben auch kurze Rufe von sich. Ein Ruf und ein langer Gesang können unterschiedliche Aufgaben haben.
Auch Wetter, Uhrzeit und Vogelart beeinflussen, was wir hören. Eine stille Minute bedeutet nicht, dass keine Vögel da sind.
Kleines Wuselquiz
Wähle eine Antwort: a) oder b).
Warum beweist ein ruhiger Herbstwald nicht, dass alle Vögel weg sind?
Antwort zeigen
Richtig ist b). Vögel haben unterschiedliche Zugwege und bleiben nicht alle gleich lange an einem Ort. Auch hier gebliebene Vögel singen nicht ständig.
Forscherregel: Tiere und Pflanzen in Ruhe lassen. Nur zuschauen und nichts kaputtmachen.
Quellen für Erwachsene: NABU: Gartenrotschwanz – Gesang und Jahreszeit · NABU: Zugvögel und Vogelzug
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