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Flauschis erstes Traumabenteuer

Kapitän Flauschi und das Meer der verlorenen Träume

Flauschi steuert die Schlummermuschel durch schwimmende Blumengärten und findet mit Puschel den Heimweg für drei kleine Träume.

Für Kinder von 6 bis 10 JahrenEtwa 20–25 Minuten Vorlesezeit8 Kapitel12 Bilder
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Alle acht Kapitel mit Erzählerin, Puschel und Flauschi · etwa 20 Minuten · auf Deutsch

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Kapitel 1 von 8

Ein Meer unter der Decke

Flauschi strich die rosa Strickdecke glatt. Neben ihr rückte Puschel sein grünes Kissen zurecht. Durch die beiden runden Schlafzimmerfenster schimmerte der Abendwald, und im gemeinsamen Holzbett wurde es langsam gemütlich.

Puschel legte sich auf die Seite. Die Decke raschelte.

Flauschi lauschte.

Flauschi„Das klingt ein bisschen wie das Meer.“

Puschel bewegte eine Pfote unter dem Stoff. Eine kleine Welle wanderte über die Decke und blieb an Flauschis Bauch liegen.

Puschel„Flut.“

Er zog die Pfote zurück.

Puschel„Ebbe.“

Flauschi kicherte und fing seine Pfote unter der Decke.

Flauschi„Der Kapitän hätte jetzt gern ruhige See.“

Puschel„Dann parke ich meine Welle.“

Puschel macht unter der rosa Decke eine kleine Welle, während Flauschi im vertrauten Schlafzimmer lacht.
Puschel macht unter der rosa Decke eine kleine Welle, während Flauschi im vertrauten Schlafzimmer lacht.

Sie kuschelten sich aneinander. Puschel gähnte. Bald lag seine Pfote ganz still in ihrer, und sein Atem ging ruhig.

Flauschi schaute noch einen Augenblick zu den Fenstern. Im Glas glänzte ein letzter heller Streifen. Er sah aus wie ein Weg über Wasser.

Ihre Lider wurden schwer.

Das Rascheln wurde zum leisen Rauschen. Die Decke hob und senkte sich. Flauschi träumte.

Als sie wieder aufsah, lag vor ihr ein weites, silberblaues Meer. Winzige Wellen trugen rosa Licht auf ihren Rücken. Über ihr spannte sich ein cremefarbenes Segel.

Flauschi stand hinter dem Steuerrad eines kleinen Schiffs.

Neben dem Mast saß Puschel auf einer niedrigen Bank. Er hielt ein Fernrohr vor ein Auge und betrachtete mit großer Aufmerksamkeit etwas Blaues.

Puschel„Ich sehe eine sehr flauschige Insel.“

Flauschi sah zu ihm hinüber.

Flauschi„Das ist dein Schweif.“

Puschel zog das Fernrohr ein Stück zur Seite. Er schaute noch einmal hindurch.

Puschel„Dann sind wir ihr erstaunlich nah.“

Kapitän Flauschi steuert die Schlummermuschel; Puschel schaut mit dem Fernrohr auf seinen eigenen Schweif.
Kapitän Flauschi steuert die Schlummermuschel; Puschel schaut mit dem Fernrohr auf seinen eigenen Schweif.

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 2 von 8

Ein Schiff namens Schlummermuschel

Flauschi betrachtete ihr Schiff. Sein Holz schimmerte honigfarben. Eine geschlossene Reling führte um das breite Deck. Der Weg von der Bank zum Steuerrad war frei, und das kleine Segel bauschte sich im warmen Wind.

An ihrer rechten Kopfseite saß eine weiche dunkelblaue Kapitänsmütze. Die weiße Blüte blieb an ihrem linken Ohr. Eine kurze blaue Weste wärmte ihre Schultern und ließ dem großen orangefarbenen Schweif genug Platz.

Puschel trug ein gelbes Halstuch. Sonst war er ganz Puschel, mit rundem Bauch und einer Stirnlocke, die sich über jede Brise freute.

Vorn am Bug schimmerte eine große, glatte Muschel im Holz.

Flauschi„Schlummermuschel. So heißt unser Schiff.“

Puschel nickte zufrieden.

Puschel„Das klingt nach einem Schiff, das auch mal eine Pause macht.“

Unter seiner Bank standen eine geschlossene Wasserflasche, zwei Becher und eine kleine Kiste mit Deckel. Puschel schaute hinein. Sie war leer.

Puschel„Unser Reiseproviant ist sehr unsichtbar.“

Flauschi„Vielleicht ist das eine Fundkiste.“

Puschel„Dann hoffe ich, wir finden ein Brötchen.“

Flauschi legte beide Pfoten ans Steuerrad. Das Schiff folgte ihrer Bewegung mit einem sanften Bogen. Sie probierte es zur anderen Seite. Auch dort lag weites, ruhiges Wasser.

Ein Schwarm durchsichtiger Fische glitt neben dem Schiff her. In ihren Bäuchen funkelten kleine Sterne. Puschel beobachtete sie, diesmal ohne Schweif vor dem Fernrohr.

Dann strich etwas Weiches über seine Stirnlocke.

Er sah nach oben.

Über dem Deck schwebte ein kleines weißes Wölkchen. Es war kaum größer als sein Kopf. Ein zweites trieb dahinter, dann ein drittes. In dem ersten blitzte für einen Moment eine winzige grüne Wiese auf.

Puschel„Flauschi? Hier kommt Wetter an Bord.“

Drei kleine Traumwölkchen mit Wiese, Karussell und Mond schweben über dem Schiffsdeck.
Drei kleine Traumwölkchen mit Wiese, Karussell und Mond schweben über dem Schiffsdeck.

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 3 von 8

Das Wölkchen mit dem Kissenregen

Das erste Wölkchen schwebte bis zum Steuerrad. Es hatte zwei kleine dunkle Augen und einen Mund, der sich sorgenvoll zusammenzog.

Flauschi„Hallo. Möchtet ihr ein Stück mitfahren?“

Wiesenwölkchen„Wir suchen nach Hause.“

Die anderen beiden rückten näher. In einem drehte sich ein winziges rosafarbenes Karussell. Im dritten lag ein gelber Mond wie eine Banane auf einem dunkelblauen Kissen.

Puschel„Wohnt ihr alle zusammen?“

Mondwölkchen„Beim großen Traumwal. Aber wir haben beim Spielen den Weg verloren.“

Dem Karussellwölkchen entfuhr ein kleiner Schluckauf. Etwas Weißes fiel heraus und landete vor Puschels Pfoten.

Ein Kissen. Nicht größer als ein Apfel. Als es aufkam, machte es ein tiefes, weiches Pumm.

Puschel hob es auf und hielt es dem Wölkchen hin. Das schwebte nervös auf und ab. Noch ein Kissen fiel aufs Deck. Pimm. Dann noch eines. Pomm.

Puschel sah die drei an.

Puschel„Dein Wetter macht Musik.“

Karussellwölkchen„Das passiert, wenn ich aufgeregt bin.“

Puschel„Warte. Ich gebe sie dir zurück.“

Er warf das erste Kissen vorsichtig hoch. Es stieg bis dicht unter das Wölkchen, drehte sich und landete auf seinem Kopf.

Pumm.

Flauschi presste die Lippen zusammen. Es half nicht viel. Sie musste lachen.

Puschel blickte unter dem Kissenrand hervor.

Puschel„Es kennt den Rückweg offenbar auch nicht.“

Ein kleines Kissen liegt auf Puschels Kopf; Flauschi und die Wölkchen lachen.
Ein kleines Kissen liegt auf Puschels Kopf; Flauschi und die Wölkchen lachen.

Das Karussellwölkchen kicherte. Der Kissenregen hörte auf.

Das Mondwölkchen schaute auf die drei Kissen.

Mondwölkchen„Der Wal singt uns immer in den Schlaf. Manchmal bleibt ein bisschen von seinem Lied in den Kissen hängen.“

Flauschi ließ das Segel ein wenig einholen. Die Schlummermuschel glitt langsamer über das Wasser, während Puschel die drei Kissen in die Fundkiste legte.

Flauschi„Was erinnert ihr noch vom Weg?“

Wiesenwölkchen„Blumen auf dem Wasser! Ich wollte sehen, ob da wirklich eine Hummel schläft.“

Karussellwölkchen„Und ich bin um die höchste Blume gekreiselt. Nur einmal. Na ja, ein paarmal.“

Mondwölkchen„Dann waren wir hinter den Gärten. Da sah alles anders aus. Ich konnte nur noch das Leuchtturmlicht sehen.“

Flauschi schaute über das Meer. Weit voraus leuchteten bunte Flecken.

Flauschi„Dann schauen wir zuerst bei den Blumen nach.“

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 4 von 8

Der Garten, der vorbeischwamm

Die bunten Flecken wurden zu schwimmenden Gärten. Auf runden grünen Inselchen wuchsen Margeriten, kleine Rosen und hohe, nickende Gräser. Ihre Wurzeln hingen wie feine Fransen im klaren Wasser.

Flauschi steuerte die Schlummermuschel langsam durch die breiten Lücken. Puschel saß auf seiner Bank und hielt Ausschau. Die drei Wölkchen schwebten dicht beim Mast.

Eine besonders große Margerite trieb neben dem Schiff her. In ihrer Mitte schlief eine Hummel auf dem Rücken. Ihre Füßchen wippten bei jeder kleinen Welle.

Das Wiesenwölkchen schwebte aufgeregt vor seiner Nase hin und her.

Wiesenwölkchen„Da! Genau die war es!“

Puschel flüsterte, damit die Hummel weiterschlafen konnte.

Puschel„Die hat eine Blume mit Schaukelbett erwischt.“

Puschel entdeckt eine schlafende Hummel auf einer Margerite zwischen schwimmenden Blumengärten.
Puschel entdeckt eine schlafende Hummel auf einer Margerite zwischen schwimmenden Blumengärten.

Flauschi lächelte. Doch als sie wieder nach vorn sah, war aus einer freien Lücke ein Teppich aus Blättern geworden. Zwei Garteninseln waren zusammengedriftet.

Sie ließ das Segel ganz locker. Das Schiff verlor Fahrt.

Flauschi„Hier war doch eben noch unser Weg.“

Puschel richtete sein Fernrohr nach vorn. Dann zur Seite. Schließlich senkte er es.

Puschel„Vielleicht gehen die Wege hier mit den Gärten spazieren.“

Flauschi beobachtete die Blüten. Tatsächlich trieben alle Inselchen langsam in dieselbe Richtung. Hinter ihnen öffnete sich gerade eine neue breite Wasserstraße.

Sie ließ die Schlummermuschel ein Stück mit der Strömung treiben.

Flauschi„Gut gesehen. Wir warten, bis die Lücke breit genug ist.“

Erst als die Blumen weit auseinandergedriftet waren, drehte sie das Rad ein Stück weiter.

Flauschi„Danke, Ausguck.“

Flauschi steuert durch eine freie Wasserstraße zwischen den Blumengärten; Puschel zeigt den Weg.
Flauschi steuert durch eine freie Wasserstraße zwischen den Blumengärten; Puschel zeigt den Weg.

Puschel setzte sich ein wenig gerader hin.

Puschel„Gern, Kapitän. Mein Schweif hat diesmal nicht mitgeguckt.“

Am Ende der Gärten ragte eine niedrige Insel aus dem Wasser. Darauf stand ein runder Leuchtturm mit einer roten Kappe.

Sein Licht wanderte über das Meer.

Dann blieb es stehen.

Ein langes, sattes Schnarchen rollte zu ihnen herüber.

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 5 von 8

Der Leuchtturm macht die Augen zu

Die Schlummermuschel glitt an den breiten Steg der Insel. Flauschi machte sie fest. Puschel blieb mit den Wölkchen an Bord, während sie vom Steg aus zum Turm hinüberschaute.

Über seiner Tür saß ein freundliches Gesicht im hellen Mauerwerk. Die Augen waren geschlossen. Unter der roten Dachkappe drehte sich das Licht ein kleines Stück, hielt an und drehte sich wieder.

Flauschi„Entschuldigung? Lieber Leuchtturm?“

Der Turm schnarchte weiter.

Puschel winkte von der Bank.

Puschel„Vielleicht hört er uns besser, wenn er gerade einatmet.“

Sie warteten. Der Turm atmete aus. Seine Fenster klirrten ganz leise. Dann wurde es still.

Flauschi„Guten Abend!“

Ein Turmauge öffnete sich.

Leuchtturm„Ist schon Abend?“

Flauschi begrüßt vom Steg aus den verschlafenen Leuchtturm, während Puschel im Boot wartet.
Flauschi begrüßt vom Steg aus den verschlafenen Leuchtturm, während Puschel im Boot wartet.

Puschel„Für dich offenbar schon ziemlich lange.“

Jetzt öffnete der Turm auch das andere Auge. Sein Licht wanderte weiter.

Flauschi„Wir suchen den großen Traumwal. Diese drei haben den Heimweg verloren.“

Der Leuchtturm betrachtete die Wölkchen. Das Karussellwölkchen zog sich vorsichtshalber ein Stück hinter den Mast zurück.

Leuchtturm„Ach, die kleinen Träume. Der Wal schläft in einer der drei Buchten hinter den Gärten. Gestern war er in der linken. Oder war das vorgestern?“

Er sah nachdenklich auf sein eigenes Licht.

Leuchtturm„Ich stehe immer hier. Er darf sich einen anderen Schlafplatz suchen.“

Flauschi schaute hinaus. Im Lichtstreifen erkannte sie drei breite Lücken zwischen flachen Felsen. Von hier sahen sie beinahe gleich aus.

Flauschi„Kannst du uns die Einfahrten beleuchten?“

Leuchtturm„Das kann ich.“

Flauschi„Dann finden wir den Rest heraus.“

Sie ging wieder an Bord und löste die Schlummermuschel vom Steg.

Das Wiesenwölkchen schwebte gleich nach vorn.

Wiesenwölkchen„Ich schaue in die linke!“

Flauschi„Bleib bitte bei uns. Wir suchen zusammen.“

Das Wölkchen kehrte zum Mast zurück. Der Leuchtturm richtete sein Licht auf die erste Einfahrt, und Flauschi lenkte das Schiff darauf zu.

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 6 von 8

Drei Kissen und kein Wal

In der linken Bucht lag das Wasser glatt und dunkelblau. Flauschi ließ das Segel sinken.

Alle lauschten.

Kein Summen. Kein Wal.

Flauschi„Hallo? Wir bringen drei kleine Träume nach Hause!“

Ihre Stimme kam von den Felsen zurück. Danach war es wieder still.

Das Karussellwölkchen drehte sich langsam um sich selbst.

Karussellwölkchen„Wenn ich nicht so oft um die Blume gekreiselt wäre …“

An seinem unteren Rand bildete sich eine kleine weiße Beule. Puschel hielt rasch beide Pfoten darunter.

Puschel„Falls noch Wetter kommt.“

Das Wölkchen musste ein bisschen lächeln. Die Beule verschwand.

Flauschi betrachtete die anderen beiden Einfahrten im Leuchtturmlicht. Sie hatte gehofft, den Wal gleich zu hören. Doch jetzt wussten sie nicht einmal, ob er noch wach war.

Flauschi„Wie findet ihr ihn denn sonst?“

Mondwölkchen„An seinem Lied. Er singt es immer, bevor wir uns einkuscheln.“

Flauschi„Könnt ihr es mir vorsummen?“

Sie versuchten es. Das Wiesenwölkchen begann sehr schnell. Das Karussellwölkchen setzte mitten darin ein. Das Mondwölkchen hielt einen Ton lange fest. Dann hörten alle auf.

Mondwölkchen„So geht es nicht. Ich höre es in meinem Kopf. Aber es kommt falsch heraus.“

Puschel setzte sich auf seiner Bank zurecht.

Puschel„Das kenne ich. Bei mir klingt auch manches besser, solange ich es noch nicht gesagt habe.“

Er öffnete die Fundkiste und holte ein Kissen heraus.

Puschel„Vielleicht hört man auf einem weicheren Sitz besser.“

Er schob es unter sich.

Pumm.

Flauschi hob den Kopf.

Flauschi„Warte mal.“

Ein Kissen unter Puschels Sitz macht einen Ton; Flauschi schaut aufmerksam zu ihm.
Ein Kissen unter Puschels Sitz macht einen Ton; Flauschi schaut aufmerksam zu ihm.

Sie erinnerte sich an den Kissenregen. An die drei verschiedenen Töne. Und an Puschel mit dem Kissen auf dem Kopf.

Flauschi„Darf ich deinen Sitz kurz ausleihen?“

Puschel stand auf. Flauschi legte alle drei Kissen nebeneinander auf die Bank. Sie drückte nacheinander mit einer Pfote darauf.

Pumm. Pimm. Pomm.

Das Mondwölkchen wurde heller.

Mondwölkchen„Die Töne! Die gehören in sein Lied!“

Karussellwölkchen„Damit können wir sein Lied spielen?“

Flauschi„Wir probieren es.“

Sie probierte die Töne noch einmal, nun langsamer. Pumm. Pimm. Pomm.

Das Wiesenwölkchen wippte erst begeistert mit, blieb dann aber stehen.

Wiesenwölkchen„Am Anfang kommt der helle. Da fliegen wir immer los.“

Flauschi tauschte zwei Kissen.

Pimm. Pumm. Pomm.

Mondwölkchen„Und den letzten hält er ganz lange. Bis mein Mond still liegt.“

Flauschi ließ ihre Pfote auf dem dritten Kissen ruhen.

Pommm.

Das Karussellwölkchen schwebte dicht darüber. Sein kleines Karussell drehte sich langsamer.

Karussellwölkchen„Ja. Genau so.“

Flauschi spielte die drei Töne noch einmal. Diesmal ließen die Wölkchen zwischen ihnen genug Platz zum Zuhören.

Flauschi spielt auf drei Kissen das Schlaflied des Wals; Puschel und die Wölkchen hören zu.
Flauschi spielt auf drei Kissen das Schlaflied des Wals; Puschel und die Wölkchen hören zu.

Pimm. Pumm. Pommm.

Aus der linken Bucht kam nichts.

Dann antwortete hinter den Felsen ganz rechts ein tiefer, warmer Ton.

Flauschi strahlte.

Flauschi„Da ist er. Ausguck, wir fahren in die rechte Bucht!“

Puschel rückte zur Seite und nahm das Fernrohr.

Puschel„Der Sitz bleibt so lange im Musikdienst.“

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 7 von 8

Wo die kleinen Träume wohnen

Flauschi hob das Segel ein wenig an und lenkte die Schlummermuschel aus der leeren Bucht. Der Leuchtturm schwenkte sein Licht mit. Bald glitten sie durch die rechte Einfahrt.

Dort tauchte der Traumwal mit geschlossenen Augen auf. Wasser rann über seinen breiten Rücken. Er blieb mit etwas Abstand neben der Schlummermuschel liegen, und zwischen ihm und dem Schiff wiegten sich kaum mehr als kleine Wellen.

Über seinem Kopf schwebten schillernde Blasen. In einer hüpfte ein rotes Blatt durch einen Wald. In einer anderen fuhr ein winziger Zug über eine Brücke aus Regenbogenlicht.

Der Wal öffnete ein Auge.

Traumwal„Da seid ihr ja.“

Die drei Wölkchen schwebten bis an die Reling.

Wiesenwölkchen„Wir haben dich gesucht!“

Traumwal„Ich wollte gerade einschlafen. Da spielte jemand mein Lied auf Kissen.“

Puschel zeigte auf Flauschi.

Puschel„Unser Kapitän. Ich habe nur probegesessen.“

Das Karussellwölkchen drängte sich vor.

Karussellwölkchen„Ich habe unterwegs Kissen geregnet. Erst fand ich das ganz schrecklich.“

Puschel„Drei. Sehr ordentliche. Ich habe sie aufgehoben.“

Der Wal blinzelte freundlich.

Traumwal„Die kenne ich. Auf ihnen habt ihr gestern noch gelegen.“

Er atmete langsam aus. Über seinem Rücken öffneten sich drei leere, schimmernde Blasen. Eine für jedes Wölkchen.

Flauschi sah zu, wie die Wiese, das Karussell und der kleine gelbe Mond in ihrem Inneren heller wurden. Jetzt verstand sie, was da vor ihr schwebte. Es waren kleine Träume, jeder mit seiner eigenen Welt darin.

Flauschi nahm eines der Kissen von der Bank. Puschel griff nach den beiden anderen und sah prüfend zum Karussellwölkchen.

Puschel„Soll ich noch mal werfen?“

Karussellwölkchen„Lieber nicht. Dein Kopf steht gerade so ungünstig darunter.“

Flauschi lachte und hielt ihr Kissen hoch. Der Wal hauchte sanft darüber. Es wurde leicht, stieg auf und glitt in eine der schimmernden Blasen. Die anderen beiden Kissen folgten, eines in jede der übrigen Blasen.

Drei Kissen schweben zu den Traumblasen über dem freundlichen Wal; die Wölkchen folgen ihnen.
Drei Kissen schweben zu den Traumblasen über dem freundlichen Wal; die Wölkchen folgen ihnen.

Puschel„Jetzt können sie hoch. Vorhin wollten sie noch Musik machen.“

Das Karussellwölkchen kuschelte sich auf sein Kissen. Das Wiesenwölkchen schwebte gleich hinterher zu seinem eigenen. Das Mondwölkchen rückte erst seinen gelben Mond zurecht und ließ sich dann ebenfalls nieder. Alle drei trieben langsam zu den übrigen Träumen über dem Rücken des Wals.

Mondwölkchen„Danke, Kapitän Flauschi. Danke, Puschel.“

Flauschi winkte. In der Karussellblase drehte sich noch einmal ein rosafarbenes Pferdchen. Dann wurde ihr Leuchten weich und ruhig.

Der Wal begann zu summen.

Hier könnt ihr eine Pause machen.

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Kapitel 8 von 8

Der Kapitän bleibt noch liegen

Flauschi lehnte sich ans Steuerrad. Das Lied des Wals klang tief und warm über die Bucht. Puschel schloss die leere Fundkiste und setzte sich auf die Bank. Er wippte einmal vorsichtig darauf.

Die Bank blieb stumm.

Puschel„Kein Brötchen gefunden. Aber drei Träume nach Hause gebracht.“

Flauschi„Und ich dachte schon, wir müssten in jeder Bucht nachsehen.“

Puschel„Zum Glück hattest du die Kissenidee.“

Puschel nickte. Dann gähnte er so ausgiebig, dass seine Stirnlocke zitterte.

Traumwal„Für euch führt der Weg dort entlang.“

Auf dem Meer erschien ein schmaler rosafarbener Streifen. Er schimmerte wie Wolle im Morgenlicht.

Flauschi hob das Segel ein wenig an. Die Schlummermuschel setzte sich in Bewegung. Sie und Puschel winkten dem Wal noch einmal zu.

Am Eingang der Bucht strich das Leuchtturmlicht über ihr Segel. Dann wanderte es langsam weiter. Fern hinter ihnen antwortete ein zufriedenes Schnarchen auf das Lied.

Puschel und Flauschi winken dem Wal und den drei geborgenen Träumen auf der Heimfahrt zu.
Puschel und Flauschi winken dem Wal und den drei geborgenen Träumen auf der Heimfahrt zu.

Das Schiff glitt über die erste rosa Welle. Und über die zweite.

Der Rand des Steuerrads wurde weich unter Flauschis Pfoten. Das Segel sank wie heller Stoff herab. Der Wind strich ihr über die Wange und war plötzlich Puschels warmer Atem.

Flauschi öffnete die Augen.

Sie lag im gemeinsamen Holzbett. Ihr Kopf ruhte auf dem grünen Kissen. Die rosa Strickdecke lag quer über der hellen Bettdecke. Durch die runden Fenster fiel das erste Morgenlicht.

Neben ihr blinzelte Puschel.

Puschel„Du hast gerade im Schlaf gelächelt.“

Flauschi drehte sich zu ihm.

Flauschi„Ich war Kapitän. Wir hatten ein Schiff und haben drei kleine Träume nach Hause gebracht.“

Puschel„War ich auch dabei?“

Flauschi„Du warst mein Ausguck. Und du hast versucht, Kissen nach oben zu werfen.“

Puschel sah auf sein grünes Kissen. Er hob eine Pfote und legte sie vorsorglich darauf.

Puschel„Dieses bleibt hier.“

Flauschi kuschelte sich näher an ihn.

Flauschi„Einverstanden. Der Kapitän möchte auch noch ein bisschen bleiben.“

Puschel zog die Decke über ihre Pfoten.

Puschel„Dann parken wir das Meer.“

Im unveränderten Schlafzimmer kuscheln beide morgens unter der glatten Decke; Puschel gähnt.
Im unveränderten Schlafzimmer kuscheln beide morgens unter der glatten Decke; Puschel gähnt.

Und diesmal blieb die Welle ganz still.

Ende

Idee und redaktionelle Begleitung: Martin · Text, Bilder und Stimmen mit KI-Unterstützung gestaltet.