
Wuselige Rezepte · Rezept 49
VegetarischPuschels und Flauschis Sonntagsbrunch
Melonengesichter, frischer Orangensaft und eine Semmel mit Dach: ein bunter Sonntagsbrunch mit Obst, Vollkornbrot, Käse und Zeit füreinander.
Die kleine Geschichte
Der Sonntag hat eine Semmel auf
Am Sonntag schlich das Sonnenlicht ganz langsam durch die beiden runden Küchenfenster. Puschel fand, dass es dabei erstaunlich nach Frühstück aussah. Flauschi holte Käse aus dem hohen Kühlschrank in der hinteren Ecke und stellte ihn zunächst wieder kühl, bis die beiden mit dem Vorbereiten fertig waren.
Puschel„Heute frühstücken wir besonders gemütlich. So gemütlich, dass das Mittagessen ein bisschen mitmachen darf!“
Flauschi„Das heißt Brunch. Frühstück und Mittagessen treffen sich an einem Tisch.“
Puschel nickte sehr ernst. Dann trug er den kleinen Semmelkorb zum Tisch. Eine Semmel lag schräg auf der anderen, wie ein winziger Hut. Flauschi brachte eine Melone und blieb kichernd neben ihm stehen.
Puschel„Meine Semmeln haben sich extra fein gemacht.“
Flauschi„Dann darf die Melone auch mitfeiern. Aber vorher waschen wir die Hände und das Obst.“
Sie wuschen gründlich die Hände, spülten Obst und Gurke ab und wuschen auch die Schale der Melone. Flauschi schnitt die Melone auf einem festen Brett in kleine Stücke. Puschel wartete am freien Tisch mit den Tellern. Zum Schneiden hatte Flauschi Platz und Ruhe.
Aus zwei vorgeschnittenen Melonenbögen legte Puschel ein breites Lächeln auf seinen Teller. Zwei Apfelstückchen wurden Augen, ein Erdbeerstück die Nase. Er rückte die Nase noch ein kleines bisschen nach links.
Puschel„Mein Frühstück guckt mich an! Meinst du, es weiß schon, was gleich passiert?“
Flauschi„Es sieht jedenfalls sehr zufrieden aus.“
Flauschi legte auf ihren Teller einen kleineren Melonenmund. Puschel hielt die beiden Obstgesichter nebeneinander und grinste genauso breit wie sein Melonenlächeln.

Puschel„Unser Obst ist heute schon wach. Jetzt fehlen nur noch die Orangen.“
Flauschi halbierte die gewaschenen Orangen und räumte das Messer weg. Die kleine Handpresse stand sicher auf dem Tisch. Puschel stellte sich davor, als wollte er eine besonders wichtige Maschine bedienen. Flauschi hielt das erste kleine Glas bereit.
Puschel drückte eine Orangenhälfte auf den Kegel und drehte sie langsam hin und her. Dabei spitzte er die Lippen, zog die Augenbrauen zusammen und machte ein sehr angestrengtes Gesicht. Im Auffangschälchen sammelte sich goldener Saft.
Puschel„Diese Orange ist ziemlich stark. Aber ich bin ausdauernd!“
Flauschi„Du musst ihr keinen Wettkampf anbieten. Langsam drehen genügt.“
Puschel probierte es. Tatsächlich: Mit ruhigen Bewegungen ging es viel leichter. Sie wechselten sich ab, gossen den Saft durch das Sieb und füllten jedem ein kleines Glas ein. Dazu stellten sie Wasser bereit. Das Obst blieb zum Essen auf den Tellern.

Puschel„Ein kleiner Sonnenschein zum Trinken! Und der Melonenmund wartet immer noch.“
Nun kamen Brot, Semmeln und Käse auf den Tisch. Flauschi schnitt dünne Käsescheiben und Gurke. Puschel belegte seine Semmel. Erst Käse. Dann zwei Gurkenscheiben. Dann hielt er den Semmeldeckel darüber und betrachtete sein Werk von der Seite.
Puschel„Ich baue ein Frühstückshaus. Die Gurken werden das Dach!“
Flauschi„Und wo soll dein Semmeldeckel wohnen?“
Puschel sah auf den Deckel in seiner Pfote. Dann auf die schiefen Gurken. Dann wieder auf den Deckel. Flauschi zeigte ihm ihr flach belegtes Brot, auf dem alles bequem Platz hatte.
Puschel„Vielleicht wird es lieber ein Frühstücksgarten. Der braucht kein Dach.“

Lachend legte er die Gurkenscheiben flach und setzte den Semmeldeckel auf. Sie stellten nur kleine Schüsseln und ihre Teller auf den Tisch. Den übrigen Brotkorb und etwas Obst ließen sie griffbereit auf der vorhandenen Arbeitsplatte. So blieb genug Platz für Pfoten und Gläser.
Endlich saßen beide auf ihren niedrigen Stühlen. Vor ihnen lagen Käsebrot, Semmeln, Gurke und buntes Obst. Die kleinen Saftgläser leuchteten, und das Wasser glitzerte im Krug. Puschel hielt sein Käsebrot mit beiden Pfoten und atmete zufrieden ein.
Puschel„So schmeckt ein Sonntag. Mit Knuspern und ohne Eile.“
Flauschi„Und mit jemandem, der sich über eine Melonennase freut.“

Sie aßen, erzählten und teilten sich die letzten Apfelstückchen. Als Puschel noch einmal nach seinem Obstgesicht suchte, war auf dem Teller nur ein kleines Melonenstück übrig.
Puschel„Unser Frühstück hat aufgehört zu lächeln. Jetzt sind wir dran!“
Flauschi lachte. Und draußen zog der Sonntag ganz langsam weiter, als hätte er selbst noch eine Semmel zu essen.
Vorbereitung: ca. 35 Min. · Ohne Kochen oder Backen · Danach in Ruhe gemeinsam frühstücken
Für 4 Personen · ein Frühstück zum Teilen
So wird es gemacht
Kurz erklärt: Obst schneiden, Brot mit Käse und Gurke belegen und frischen Orangensaft pressen.
Zutaten
- 4 kleine Vollkornsemmeln (Vollkornbrötchen) und 4 dünne Scheiben Vollkornbrot, zusammen etwa 400–450 g; je nach Appetit anpassen
- 160 g milder Schnittkäse mit mikrobiellem oder ausdrücklich vegetarischem Lab
- ½ kleine Melone, etwa 400 g essbares Fruchtfleisch; feste Kerne entfernen
- 2 kleine Äpfel und 200 g Erdbeeren oder anderes frisches Obst der Saison; optional ein paar Heidelbeeren für die Obstgesichter
- ½ Salatgurke, etwa 200 g
- 4–6 Saftorangen für insgesamt etwa 400 ml frisch gepressten Saft; die Ausbeute hängt von Größe und Saftigkeit ab
- Wasser in einem Krug zum Trinken
- Außerdem: stabiles Schneidebrett, scharfes Messer für Erwachsene, kleine Hand-Zitruspresse mit Sieb, Schüsseln, Teller und 4 kleine Saftgläser
Zubereitung
- Gemeinsam Hände waschen und den Tisch vorbereiten. Obst und Gurke gründlich unter fließendem Wasser waschen, auch die Melonenschale vor dem Anschneiden. Käse bis kurz vor dem Servieren im Kühlschrank lassen.
- Ein Erwachsener schneidet die Melone auf einem stabilen Brett auf, entfernt Schale und feste Kerne und schneidet das Fruchtfleisch in passende kleine Stücke. Äpfel entkernen, Erdbeeren putzen und alles mundgerecht schneiden. Stückgrößen an Alter und sichere Kauweise der Kinder anpassen.
- Kinder richten aus den vorgeschnittenen Obststücken kleine Gesichter oder bunte Obstteller an. Nicht jede Portion braucht ein Gesicht: übriges Obst kommt in eine Schüssel zum Teilen.
- Ein Erwachsener halbiert die Orangen und räumt das Messer weg. Kinder können unter Aufsicht mit einer standfesten Handpresse langsam pressen. Den Saft durchs Sieb gießen und auf 4 kleine Gläser verteilen, etwa 100 ml je Person. Kein Zucker nötig; zusätzlich Wasser anbieten.
- Ein Erwachsener schneidet Gurke, Brot und Semmeln. Käse dünn schneiden oder bereits geschnitten bereitstellen. Kinder belegen am freien Tisch Brot und Semmeln mit Käse und Gurke.
- Kleine Schüsseln, Obstteller, belegte Brote und Getränke auf den Tisch stellen. Lieber nachreichen als alles vollstellen. Gemeinsam ohne Eile essen; jede Person nimmt so viel, wie zum eigenen Appetit passt.
- Übrigen Käse und geschnittenes Obst zeitnah wieder kühlen. Melonenstücke abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und möglichst noch am selben Tag essen. Brot und Semmeln getrennt trocken lagern.
Bunt frühstücken und in Ruhe teilen
Obst, Gurke, Vollkornbrot und Käse bringen Abwechslung auf den Tisch. Der frische Orangensaft ist eine kleine Ergänzung; Wasser bleibt das Getränk für den Durst. Ganze Obststücke gehören ausdrücklich dazu. Je nach Jahreszeit passen Birnen oder andere gut vorbereitete Früchte statt Erdbeeren. Für eine vegane Variante Käse durch Hummus oder einen passenden pflanzlichen Aufstrich ersetzen und Semmeln/Brot auf Milch, Butter und Honig prüfen; bei Hummus auf Sesam achten. Die angegebenen Mengen gelten für eine normale Familienküche, die kleinen Wuselportionen auf den Bildern sind illustrativ.