Puschels Pannen · 39
Puschels klebriger Teppichplan

Am Morgen nach dem großen Tortenflug schlich Puschel besonders aufmerksam durch die Küche. Doch kaum dachte er an etwas anderes, blieb seine Fußpfote schon wieder an derselben Teppichkante hängen.
Puschel„Du doofer Stolperteppich! Diesmal bist du dran.“
Er kniete sich vor die Kante, drückte sie flach und runzelte so entschlossen die Stirn, dass seine blaue Locke gleich mitgrummelte. Flauschi kannte diesen Blick. Puschel hatte einen Plan – und seine Pläne wurden manchmal schneller als seine Vorsicht.
Flauschi„Was immer du vorhast: Wir machen es langsam und gemeinsam, ja?“

Puschel erinnerte sich an einen lustig knorrigen Baum im Wuselwald. Aus einer kleinen Ritze quoll dort von selbst goldenes Harz. Mit einer Holzschale fing er nur ein wenig von dem bereits ausgetretenen Harz auf, ohne am Baum zu kratzen.
Puschel„Ein winziger Klecks unter die Kante – und kein Wuselhörnchen stolpert hier jemals wieder!“
Flauschi„Ein winziger Klecks, Puschel. Und deine Pfoten bleiben weit weg davon.“

Zurück im Wuselhaus hob Puschel nur den dünnen Teppichrand an und strich vorsichtig eine kleine Harzspur darunter. Dann drückte er die Kante fest. Sie blieb tatsächlich liegen.
Puschel„Siehst du? Puschel gegen Teppichkante: eins zu null!“
Genau in diesem Augenblick kitzelte ihn ein winziger Harzfaden an der Nase. Ohne nachzudenken wollte Puschel ihn wegwischen. Plopp – da klebte seine Pfote an seiner Nase.

Flauschi„Oh, Puschel! Nicht ziehen. Bleib ganz ruhig.“
Puschel„Ich bin völlig ruhig. Ich kann nur gerade nicht besonders gut nicken.“
Flauschi zog kein bisschen an der Pfote. Stattdessen holte sie das magische Wuselbuch, blätterte durch raschelnde Seiten und kratzte sich nachdenklich am Kopf. Puschel wartete so geduldig, wie man eben warten kann, wenn die eigene Pfote auf der Nase sitzt.

Flauschi„Hier! Wuselbeerenpaste gegen besonders hartnäckige Klebewuseleien.“
Puschel„Steht da auch, ob sie nach Marmelade schmeckt?“
Flauschi zerdrückte die erfundenen Zauberbeeren in einer Schale und rührte daraus eine leuchtend violette Paste. Behutsam strich sie die Paste nur um den klebrigen Rand zwischen Pfote und Nase.

Flauschi„Jetzt stillhalten. Das könnte ein bisschen kribbeln.“
Puschel„Ein bisschen? Meine Nase kichert schon ohne mich!“
Die Paste blubberte ganz leise. Dann machte es ein sanftes Flupp, und Puschels Pfote löste sich. Er hielt sie erleichtert hoch. Um seine Nase leuchtete dafür ein breiter violetter Pastenschnurrbart.

Puschel„Mein Teppichplan war wohl eine Spur zu anhänglich.“
Flauschi„Dafür hast du jetzt den wuseligsten Schnurrbart im ganzen Wald!“
Beide lachten, bis ihnen die Bäuche wackelten. Danach wuschen sie die Paste ab und legten gemeinsam eine breite rutschfeste Unterlage unter den Teppich. Die Kante blieb flach – und Puschel beschloss, seinen nächsten genialen Plan zuerst mit Flauschi zu besprechen.
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