Halloween · 13 Tage noch ·
Das Schattenmonster mit den Wuselohren

In der Werkstatt wurde es wieder Abend. Flauschi stellte die Laterne vom Vortag sicher auf die freie Tischfläche. Ihr elektrisches Licht leuchtete warm durch die Hülle. Papier und Stoff lagen im Regal, der Weg zum Bastelkorb blieb frei. Bis Halloween waren es noch dreizehn Tage.
An der Wand stand eine schlichte Leinwand in einem festen Holzrahmen. Puschel wollte sehen, ob sein kleiner Pfotenschatten auch darauf tanzen konnte. Er trat zwischen Licht und Leinwand.
Plötzlich ragten dort zwei riesige Ohren auf.
Puschel hielt an. „Flauschi. Da steht ein Schattenmonster.“
Flauschi blieb neben dem Tisch, außerhalb des Lichtwegs. „Es hat ziemlich wuselige Ohren. Möchtest du genauer schauen oder aufhören?“
„Erst mal schauen“, sagte Puschel leise. Er hob eine Pfote. Das große dunkle Ding hob seine Pfote auch.
Puschel winkte. Der Schatten winkte zurück.
„Oh“, sagte er. „Das Monster kennt meinen Gruß.“
Er ließ die Pfote sinken. Die dunkle Pfote sank ebenfalls. Jetzt musste Puschel kichern. „Und es wartet immer auf mich!“
„Das ist dein Schatten“, erklärte Flauschi. „Dein Körper hält einen Teil des Lichts auf. Dahinter trifft weniger Licht auf die Leinwand. Dort sehen wir die dunkle Form.“
Puschel sah zur Laterne und wieder zur Leinwand. „Aber ich bin doch gar nicht so riesig.“
„Probieren wir den Abstand aus. Die Laterne bleibt stehen. Geh langsam ein kleines Stück zur Leinwand. Ich schaue, ob der Weg frei ist.“
Puschel ging vorwärts, ohne die Leinwand anzufassen. Sein Schatten wurde kleiner. Die Ohren sahen nun viel weniger gewaltig aus.
„Es schrumpft!“, rief er. Dann betrachtete er seinen Bauch. „Ich zum Glück nicht.“
Flauschi lachte. „Du bleibst gleich groß. Nur dein Schatten verändert sich.“
Nun drehte Puschel sich um und ging vorsichtig wieder etwas näher zum Licht. Er blieb mit Abstand vor dem Tisch stehen. Auf der Leinwand wuchs seine dunkle Gestalt wieder.
„Ein großer Gruß“, sagte er und winkte. Dann ging er wieder zur Leinwand. „Und ein kleiner Gruß.“
Flauschi winkte ihm von ihrem Platz aus zu. „Beide sind freundlich.“
Puschel wollte seinem Schatten die Pfote geben. Er hielt sie vor die Leinwand, ohne dagegenzudrücken. Natürlich kam keine zweite Pfote heraus.
„Zum Begrüßen reicht Winken“, stellte er fest. „Der da hat schließlich keine eigene Pfote.“
Nach einer Weile senkte Puschel den Arm. „Jetzt möchte ich wieder normales Licht.“
Flauschi machte die Werkstatt heller. Der Schatten war kaum noch zu sehen. Sie schaltete die Laterne aus.
„Für unser Fest können wir das vorher erklären“, sagte sie. „Wer mag, winkt. Wer nicht mag, schaut zu oder macht Pause.“
Puschel nickte. „Und wenn jemand ein Schattenmonster entdeckt, schauen wir erst nach den Wuselohren.“
Eure kleine Familienidee
Probiert mit einem Erwachsenen und einer kühlen LED-Lampe einen freundlichen Winkeschatten an einer freien Wand aus. Die Lampe bleibt stehen: Bewegt nur eure Hand langsam näher zum Licht und wieder näher zur Wand. Was wird größer, was kleiner? Zuschauen oder aufhören ist jederzeit erlaubt.
Für Erwachsene: Lumi-Tipp für Erwachsene: Stellen Sie eine kühle, bruchsichere LED-Lampe mit gesichertem Batteriefach kippsicher auf. Keine Kerze, kein heißes Leuchtmittel. Lassen Sie genug Raumlicht und einen freien Weg; niemand schaut direkt in die Lampe. Wand oder fest montierte Leinwand nutzen, keine losen Tücher am Licht. Abstände langsam mit der Hand erproben und beim Stoppzeichen sofort beenden.
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