Die kleine Pause zwischen zwei Schneeflocken

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Mit Erzählerin, Puschel und Flauschi · etwa 5 Minuten.
Draußen fiel Schnee.
Eine Flocke schwebte am runden Schlafzimmerfenster vorbei. Dann kam eine zweite. Die dritte ließ sich etwas mehr Zeit.
Puschel lag im Bett und schaute ihnen zu. Die rosa Strickdecke reichte bis unter seine Arme. Neben ihm lehnte der kleine braune Teddy am grünen Kissen.
Flauschi rückte ihr Kissen zurecht und kuschelte sich neben die beiden.
Puschel„Schlafen die Schneeflocken eigentlich, wenn sie unten ankommen?“, fragte Puschel.
Flauschi betrachtete den weißen Rand auf dem Fensterbrett.
Flauschi„Sie bleiben erst einmal liegen.“
Puschel nickte.
Puschel„Dann haben sie es gemütlich.“
Er hob die Decke ein kleines Stück an und schaute darunter.
Puschel„Teddy auch.“
Ein rundes braunes Ohr schaute unter der Decke hervor. Puschel strich vorsichtig darüber, damit es nicht umknickte.
Das kleine Licht neben dem Bett fiel auf das helle Holz. Durch das zweite runde Fenster sah man verschneite Zweige. Manchmal bewegte sich einer ein wenig, und ein Häufchen Schnee rieselte hinunter.
Eine Weile sagte niemand etwas.
Dann hob Puschel den Kopf.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Hm?“
Puschel„Ich glaube, ich bin noch nicht ganz müde.“
Flauschi lächelte ihn an.
Flauschi„Dann liegen wir einfach noch ein bisschen gemütlich.“
Das gefiel Puschel. Er legte den Kopf wieder hin.
Er musste nichts weiter tun. Die Decke war schon da. Das Kissen auch. Und Teddy hatte er ebenfalls gefunden.
Puschel„Du musst auch nichts mehr erledigen“, flüsterte er dem kleinen Bären zu.
Flauschi„Hat Teddy denn noch etwas vorgehabt?“, fragte Flauschi.
Puschel überlegte.
Puschel„Vielleicht sitzen.“
Er schaute den Bären an.
Puschel„Aber das kann er morgen.“
Flauschi lächelte. Puschel lächelte zurück, und dann wurde es wieder still.
Draußen drehte sich eine große Schneeflocke langsam vor dem Fenster und verschwand nach unten.

Puschel kuschelte seine Wange an Teddy. Eine Pfote legte er auf dessen weichen Bauch.
Nur ein Gedanke war noch wach.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Ich bin da.“
Puschel„Was machen wir morgen?“
Flauschi„Erst einmal frühstücken.“
Puschel lächelte mit geschlossenen Augen.
Puschel„Das ist ein guter Anfang.“
Flauschi„Finde ich auch.“
Puschel„Und danach …“
Vielleicht lag dann Schnee im Garten. Vielleicht würden sie nach dem Frühstück am Fenster stehen und schauen, wie dick die weiße Decke geworden war.
Aber das war morgen.
Puschel„Danach schauen wir“, murmelte er.
Flauschi„Danach schauen wir“, bestätigte Flauschi leise.
Puschel hörte sie neben sich atmen. Die Strickdecke raschelte, als sie eine Pfote darunterzog. Von draußen kam kein Geräusch herein.
Seine Augen gingen noch einmal auf.
Am Fenster schwebte eine einzelne Flocke vorbei.
Dann war dort einen kleinen Moment lang nur die dunkle Nacht.
Puschel wartete.
Die nächste Flocke kam langsam von oben herab.
Puschel„Da war eine Pause“, flüsterte er.
Flauschi wandte ihm den Kopf zu.
Flauschi„Zwischen den Flocken?“
Puschel nickte kaum merklich.
Puschel„Eine kleine.“
Er schaute noch ein bisschen hin. Jetzt fielen mehrere Flocken gleichzeitig. Dann wieder nur eine.
Puschel musste sie nicht mehr alle sehen.
Er kuschelte seine Wange an Teddy und schloss die Augen.
Flauschi bemerkte, dass seine Pfote ganz locker auf dem kleinen Bären lag.
Flauschi„Soll ich das Licht ausmachen?“, fragte sie leise.
Puschel„Mhm.“
Sie schaltete die kleine Lampe aus.
Ein sanfter Schimmer vom Schnee blieb an den Fenstern zurück. Nach einer Weile konnte man darin wieder die Zweige erkennen und den weißen Rand auf dem Fensterbrett.
Puschel bewegte sich noch einmal ein wenig.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Hm?“
Puschel„Teddy braucht keinen eigenen Gute-Nacht-Kuss.“
Flauschi„Nicht?“
Puschel„Er bekommt … die Hälfte von meinem.“
Flauschi gab Puschel einen sanften Kuss auf die Stirn. Dann berührte sie mit der Nasenspitze den kleinen braunen Teddy.

Flauschi„So“, flüsterte sie. „Für euch beide.“
Puschel lächelte.
Puschel„Gute Nacht.“
Flauschi„Gute Nacht, Puschel.“
Die Decke lag warm über ihnen. Teddy ruhte an Puschels Wange, und Flauschi war ganz nah.
Draußen fiel der Schnee weiter.
Eine Flocke.
Dann eine zweite.
Und zwischen zwei Schneeflocken schlief Puschel ein.
