Gute Nacht Geschichten · 2. Geschichte
Puschel und der Gedanke, der bis morgen warten darf

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Mit Erzählerin, Puschel und Flauschi · etwa 6 Minuten.
Im Schlafzimmer brannte noch das kleine Licht.
Draußen lagen die Zweige still vor den runden Fenstern. Puschel hatte seinen Kopf auf das grüne Kissen gelegt. Die rosa Strickdecke hielt ihn warm, und der kleine braune Teddy ruhte in seinem Arm.
Flauschi kuschelte sich neben ihn.
Eine Weile war nur das leise Knarren des Bettes zu hören, als beide ihren gemütlichsten Platz suchten.
Dann hob Puschel den Kopf.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Hm?“
Puschel„Was machen wir morgen?“
Flauschi„Erst einmal frühstücken.“
Puschel nickte zufrieden.
Puschel„Und danach?“
Flauschi„Danach schauen wir, worauf wir Lust haben.“
Puschel betrachtete Teddy.
Puschel„Vielleicht gehen wir nach draußen. Oder wir bleiben drinnen. Oder erst drinnen und dann draußen.“
Flauschi„Das wäre alles möglich.“
Er legte den Kopf wieder hin.
Doch kaum lag seine Wange auf dem Kissen, fiel ihm etwas Neues ein.
Puschel„Wo ist eigentlich mein Lieblingsblatt?“
Flauschi überlegte kurz.
Flauschi„Das große mit den gelben Rändern?“
Puschel„Ja. Das so schön aussieht, als hätte jemand Sonne hineingemalt.“
Flauschi„Ich glaube, das liegt bei deinen Waldschätzen.“
Puschel„Dann muss ich morgen mal nachsehen.“
Puschel zog Teddy ein wenig näher.
Jetzt war alles gemütlich.
Das Kissen war weich. Die Decke lag genau richtig. Sogar Teddys rundes Ohr war dort, wo Puschel es gern hatte: direkt unter seiner Nase.
Puschel schloss die Augen.
Dann öffnete er sie wieder.
Puschel„Und Teddy braucht beim Frühstück einen Platz.“
Flauschi wandte ihm den Kopf zu.
Flauschi„Den finden wir.“
Puschel„Einen, von dem aus er alles sehen kann.“
Flauschi„Das bekommen wir hin.“
Puschel seufzte leise.
Puschel„In meinem Kopf ist heute noch ziemlich viel los.“
Flauschi blieb einen Moment still bei ihm liegen.
Flauschi„Da sind wohl noch ein paar Gedanken wach“, sagte sie dann.
Puschel„Mindestens drei“, murmelte Puschel. „Und einer kommt immer noch hinterher.“
Flauschi„Wir müssen heute nicht mehr jeden Gedanken fertigdenken. Morgen ist auch noch Zeit.“
Puschel schaute sie an.
Puschel„Die dürfen warten?“
Flauschi„Ja.“
Er überlegte.
Dann rückte er auf seinem Kissen ein kleines Stück zur Seite.
Flauschi sah ihn fragend an.
Flauschi„Was machst du da?“
Puschel„Platz.“
Flauschi„Für wen?“
Puschel„Für den Gedanken mit meinem Lieblingsblatt. Falls der zum Warten ein Kissen braucht.“
Flauschi schmunzelte.
Flauschi„Der kann auch ohne Kissen warten. Du darfst das Kissen ganz für dich behalten.“

Puschel betrachtete die freie Stelle neben seinem Kopf.
Dann legte er sich wieder bequem hin.
Puschel„Gut. Teddy braucht nämlich schon genug Platz.“
Der kleine braune Bär lag still in seinem Arm.
Puschel strich vorsichtig über Teddys weichen Bauch.
Eine Weile sagte niemand etwas.
Das Licht fiel warm auf die Strickdecke. An der Wand blieb ein kleiner Schatten ganz ruhig stehen.
Puschel schaute auf den Rand seines Kissens.
Puschel„Das mit dem Blatt kann wirklich bis morgen warten“, sagte er.
Flauschi nickte.
Puschel schloss die Augen.
Diesmal ließ er sie etwas länger geschlossen.
Er hörte Flauschi neben sich atmen. Als sie ihre Pfote auf die Decke legte, berührten sich ihre Pfoten ganz leicht.
Puschel ließ seine dort liegen.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Ich bin da.“
Puschel„Müssen wir morgen alles machen, was mir heute eingefallen ist?“
Flauschi„Nein. Wir können morgen auch etwas anderes schön finden.“
Das gefiel Puschel.
Er musste sich also jetzt noch gar nicht entscheiden.
Nicht zwischen drinnen und draußen.
Nicht zwischen Waldschätzen und etwas ganz Neuem.
Er lag einfach hier, warm zugedeckt, mit Teddy im Arm und Flauschi an seiner Seite.
Puschel„Dann lassen wir noch ein bisschen Platz für morgen“, murmelte er.
Flauschi drückte sanft seine Pfote.

Nach einer Weile schaltete sie das kleine Licht aus.
Durch die runden Fenster kam ein schwacher Schimmer herein. Puschel konnte gerade noch Flauschis Umriss erkennen und Teddys kleines Ohr vor seiner Nase.
Er gab dem Ohr einen winzigen Kuss.
Puschel„Du musst auch noch nicht wissen, was du morgen machst“, flüsterte er dem Bären zu.
Dann wurde es wieder still.
Puschels Pfote lag locker um Teddy. Seine Wange sank ein wenig tiefer ins Kissen.
Nur eine Frage war noch übrig.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Hm?“
Puschel„Wenn mir morgen nichts mehr davon einfällt?“
Flauschi„Dann schauen wir gemeinsam, was der Morgen mitbringt.“
Puschel zog Teddy näher.
Puschel„Gut“, murmelte er. „Dann darf morgen mich überraschen.“
Er spürte noch Flauschis Pfote neben seiner.
Dann schlief er ein.
Teddy lag geborgen in seinem Arm. Und alles andere durfte bis morgen warten.
