Staffel 5 · Folge 5 · Geschichte 4 von 5
Reisen & Strand
Eine Einladung bleibt
Die Insel der vergessenen Wünsche · Ein Wunsch darf klein sein

Vor dem Picknick gingen Puschel und Flauschi noch einmal zur überdachten Wunschtafel. Die drei alten Zettel hingen an ihren Klammern. Puschel nahm eine eigene Karte aus dem Korb. Am Waldhaus hatten sie die Wegehüterin gefragt, ob sie eine Einladung dazuhängen durften. Sie hatte zugestimmt.
Auf die Karte schrieben sie gemeinsam: „Platz für dich. Wenn ihr uns auf unserer Waldlichtung trefft, fragt gern nach Gesellschaft, einem ruhigen Spiel oder einem neuen Versuch. Wir sagen euch ehrlich, ob wir gerade Zeit haben. Ihr dürft auch einfach zuschauen.“ Darunter standen ihre Namen.
Puschel„Ich wollte erst schreiben: Wir erfüllen eure Wünsche.“
Flauschi„Das könnten wir nicht versprechen. Jetzt steht dort, was wir anbieten können.“
Puschel befestigte die Karte unter den drei Zetteln. Flauschi hielt das Schiffchen mit beiden Pfoten. Ihre Einladung nahm keinen fremden Wunsch weg und schrieb keine Antwort über ihn. Sie war nur eine neue Möglichkeit.
Die eingeritzte Weide am Spielzeug passte weiterhin zur Insel. Ein Beweis für einen Absender war sie nicht. Puschel hatte gehofft, heute einen Namen zu finden. Jetzt blieb er einen Moment still.
Puschel„Ein bisschen schade finde ich es schon, dass wir niemandem das Schiffchen persönlich zurückgeben können.“
Flauschi„Ja. Die Wegehüterin kann es sicher aufbewahren, falls sich jemand meldet.“
Puschel nickte. Er musste seine Enttäuschung nicht sofort in Freude verwandeln. Auch auf einer guten Reise konnte eine Frage ohne Antwort bleiben. Das bedeutete nicht, dass die ganze Reise vergeblich gewesen war.
Den fremden Wunschzettel ließen sie gefaltet im Schiffchen. Sie fotografierten ihn nicht, schrieben ihn nicht ab und hängten ihn nicht neben ihre Einladung. Die geschlossenen Kästen blieben geschlossen. Niemand musste einen privaten Wunsch öffentlich erklären, nur weil das Spielzeug gefunden worden war.
Die Karte bewegte sich leicht im Wind. Puschel betrachtete die vier Klammern. Drei Wünsche und eine Einladung – keine fertige Lösung. Er nahm den Korb und fragte Flauschi, ob sie jetzt zum Picknick gehen wollte. Sie nickte. Diesmal durfte die Spur warten.