Staffel 5 · Folge 5 · Geschichte 5 von 5

Küche & Genuss

Ein kleiner Anfang geht mit

Beim letzten Inselpicknick sammeln sie keine erfüllten Wünsche. Sie nehmen etwas anderes mit nach Hause: Platz füreinander.

Die Insel der vergessenen Wünsche · Ein Wunsch darf klein sein

Puschel hält beim Inselpicknick einen Wasserbecher mit beiden Pfoten, Flauschi ein Brotstück; vier Füße und zwei Schweife sichtbar, Schiffchen getrennt vom Essen auf einem Stein.
Puschel hält beim Inselpicknick einen Wasserbecher mit beiden Pfoten, Flauschi ein Brotstück; vier Füße und zwei Schweife sichtbar, Schiffchen getrennt vom Essen auf einem Stein.

Unter der Weide breitete Puschel die karierte Decke aus. Flauschi stellte das Schiffchen auf einen eigenen Stein abseits des Essens. Beide reinigten ihre Pfoten. Aus dem Korb kamen vorbereitetes Brot, gewaschene Apfelstücke und Trinkwasser. Puschel richtete den Holzteller und zwei Becher an.

Sie setzten sich nebeneinander. Puschel nahm seinen Becher mit beiden Pfoten, Flauschi ein Stück Brot. Es schmeckte nicht anders als vor ihrer Reise. Trotzdem fühlte sich das Picknick ein wenig anders an: Niemand wartete darauf, dass Flauschi den nächsten Auftrag verteilte.

Puschel„Wie viele Wünsche haben wir erfüllt?“

Flauschi„Das können wir für die Menschen von den Zetteln gar nicht zählen.“

Puschel sah zum Schiffchen. Er hatte sich eine Rückkehr mit einem Namen und einer großen Erfolgsgeschichte vorgestellt. Nun hatten sie eine Einladung hinterlassen und wollten eine Fundsache in sichere Obhut geben. Das war weniger als sein erster Plan, aber es war wirklich geschehen.

Puschel„Ich habe gelernt, dass ich nicht vor jedem Anfang fertig sein muss.“

Flauschi„Und ich habe meinen eigenen Wunsch ausgesprochen. Den nehmen wir auch mit nach Hause.“

Puschel nickte. Sie würden später gemeinsam besprechen, wer welche Aufgaben übernahm. Ihre Einladung auf der Insel würde nicht jeden Tag zu einer Veranstaltung führen. Manchmal hätten sie Zeit für Gesellschaft oder ein Spiel, manchmal bräuchten sie selbst Ruhe. Ehrlich fragen und ehrlich antworten gehörten zu ihrem Vorhaben.

Als sie satt waren, räumte Puschel ein. Beide prüften, dass nichts zurückblieb, und gingen über den geöffneten Besucherweg und die breite Brücke zurück. Am Waldhaus übergaben sie der Wegehüterin das Schiffchen mit dem weiterhin gefalteten Originalzettel. Sie nahm beides als Fundsache sicher in Obhut und hielt den privaten Wunsch vom öffentlichen Fundhinweis getrennt.

Puschel und Flauschi kehrten auf dem trockenen Weg nach Hause zurück. Die Insel blieb hinter ihnen, ihre Einladung unter der Weide. Der Name des Absenders blieb offen. Ihre Reise musste ihn nicht erfinden, um zu Ende zu sein.

Zu Hause stellte Puschel den Korb ab und fragte, ob Flauschi eine Pause wollte. Sie lächelte. Kein großer Schatz war mitgereist. Nur ein kleiner Anfang, der zwischen ihnen Platz hatte.