Erde & Weltraum
Warum geht die Sonne in Deutschland zu unterschiedlichen Zeiten unter?

Kurz erklärt
Die Erde dreht sich: Ein Ort wandert aus dem Sonnenlicht. Wann das geschieht, hängt vom Tag im Jahr und vom Ort ab. Im Sommer bleibt die Sonne bei uns länger über dem Horizont als im Winter.
Auch die Lage nach Osten oder Westen und nach Norden oder Süden zählt. Die Zeitumstellung verändert zusätzlich die Uhrzeit auf der Anzeige, nicht den Lauf der Sonne.
1. Zwei Orte, derselbe Abend
Wir vergleichen zwei Orte, die gleich weit nördlich liegen. Beide Uhren gehen gleich.
Zuerst: Abend im Osten
W = westlicher OrtO = östlicher Ort
Im Osten ist die Sonne schon untergegangen. Am westlichen Ort steht sie noch über dem Horizont.
Später: auch im Westen Abend
W = westlicher OrtO = östlicher Ort
Auch der westliche Ort hat sich aus dem Sonnenlicht gedreht.
Die Erde dreht sich nach Osten. Deshalb erreicht der Abend die östlichen Orte zuerst. Gelb bedeutet: Sonne über dem Horizont. Blau bedeutet: Sonne untergegangen; Dämmerung ist noch möglich. Das ist ein vereinfachter Kartenstreifen, keine maßstäbliche Deutschlandkarte.
2. Derselbe Ort im Sommer und Winter
Die Achse bleibt in beiden Bildern gleich geneigt. Die Erde steht aber auf unterschiedlichen Seiten der Sonne. N markiert den Nordpol.
Juni: Sommer
Der Norden ist zur Sonne geneigt. Ein Ort in Deutschland verbringt mehr Zeit im Licht.
Mehr Zeit im Licht
Dezember: Winter
Der Norden ist von der Sonne weg geneigt. Ein Ort in Deutschland verbringt weniger Zeit im Licht.
Weniger Zeit im Licht
Die Balken vergleichen nur die Zeit mit Sonne über dem Horizont, keine genauen Uhrzeiten. Größen und Entfernungen sind vereinfacht. Innerhalb Deutschlands sind die Tage im Sommer weiter nördlich länger, im Winter kürzer.
3. Ein Augenblick, zwei Zeitangaben
Ein Rechenbeispiel für denselben gedachten Sonnenuntergang:
Normalzeit
17:00Sommerzeit
18:00Die Sommerzeit zählt eine Stunde hinzu. Die beiden Angaben meinen denselben Augenblick. Mehr Tageslicht entsteht dadurch nicht. Das ist kein Vergleich zweier Orte.
Eine erfundene Wuselszene
Puschel und Flauschi entdecken
Im Entdeckermuseum hält Puschel eine Karte neben den Globus. Auf der Karte werden zwei ungefähr gleich weit nördlich gelegene Orte in Deutschland verglichen.
Puschel „Hier steht: Im Osten ist die Sonne schon untergegangen. Im Westen noch nicht. Hat die Sonne dort eine extra Abendrunde gebucht?“
Flauschi „Nein. Die Erde dreht sich nach Osten. Die Orte drehen sich nacheinander aus dem Sonnenlicht. Beim Vergleich zweier gleich weit nördlich gelegener Orte ist der östliche Ort früher dran.“
Flauschi dreht das Museumsmodell langsam. Puschel verfolgt einen Ort mit dem Finger, ohne die leuchtende Modellsonne anzufassen.
Puschel „Warum bleibt die Sonne bei uns im Sommer länger über dem Horizont?“
Flauschi „Die Erdachse ist schräg. Im Sommer ist die Nordhalbkugel zur Sonne geneigt. Bei uns liegt ein größerer Teil der täglichen Drehung im Licht. Im Winter ist dieser Teil kleiner.“
Puschel „Dann braucht die Sonne also keinen längeren Feierabend!“
Neben dem Globus liegen zwei Uhrzeitschilder für denselben gedachten Sonnenuntergang: 17 Uhr Normalzeit und 18 Uhr Sommerzeit.
Flauschi „Das sind zwei Zeitangaben für denselben Augenblick. Eine verstellte Uhr schiebt die Sonne nicht weiter.“
Puschel „Gut. Dann drehen wir zum Erklären den Globus – und nicht an der Sonne herum.“
Dein Auftrag
Lass dir mit einem Erwachsenen für zwei Orte in Deutschland die Sonnenuntergangszeiten desselben Datums aus derselben verlässlichen Quelle zeigen. Notiere Ort, Datum und die verwendete Uhrzeitregel. Vergleiche zuerst zwei ungefähr gleich weit nördlich gelegene Orte. Für den Jahreszeitenvergleich bleibt der Ort gleich: Vergleiche einen Sommer- und einen Wintertag. Achte darauf, dass die Uhrzeiten dieser beiden Tage nach verschiedenen Regeln angegeben sein können. Die Uhrzeit allein verrät nicht, wie lange die Sonne über dem Horizont stand; dafür brauchst du auch den Sonnenaufgang.
Quiz: Orte vergleichen
Zwei Orte liegen gleich weit nördlich in Deutschland. Wir vergleichen denselben Tag und dieselbe Uhrzeitregel. Wo geht die Sonne bei freiem Horizont früher unter?
Wähle a), b) oder c) und begründe deine Wahl.
- a)Am östlicheren Ort.
- b)Am westlicheren Ort.
- c)An beiden Orten gleichzeitig, weil ihre Uhren gleich gehen.
Erklärung zeigen
Richtig ist a): Am östlicheren Ort.
Die Erde dreht sich nach Osten. Der östlichere Ort dreht sich früher aus dem Sonnenlicht. Eine gemeinsame Uhrzeit bedeutet nicht denselben Sonnenstand. Hier vergleichen wir Orte gleicher geografischer Breite, also gleich weit nördlich.
Quiz: Jahreszeiten verstehen
Puschel vergleicht dieselbe Stelle in Deutschland im Sommer und im Winter. Warum bleibt die Sonne im Sommer länger über dem Horizont?
Wähle a), b) oder c) und begründe deine Wahl.
- a)Weil die Sommerzeit einen zusätzlichen Abschnitt Sonnenlicht erzeugt.
- b)Weil die Nordhalbkugel dann zur Sonne geneigt ist.
- c)Weil die Erde ihre tägliche Drehung im Sommer stark verlangsamt.
Erklärung zeigen
Richtig ist b): Weil die Nordhalbkugel dann zur Sonne geneigt ist.
Die Neigung der Erdachse verändert, wie lange ein Ort während seiner täglichen Drehung beleuchtet wird. Die Uhrumstellung erklärt nicht die natürliche Tageslänge.
Noch eine Frage zur Uhrzeit
Derselbe gedachte Sonnenuntergang heißt 17 Uhr in Normalzeit und 18 Uhr in Sommerzeit. Was ist verschieden?
Wähle a), b) oder c) und begründe deine Wahl.
- a)Wie lange die Sonne an diesem Tag über dem Horizont steht.
- b)Die Geschwindigkeit, mit der die Erde sich in diesem Augenblick dreht.
- c)Die Zeitangabe auf der Uhr.
Erklärung zeigen
Richtig ist c): Die Zeitangabe auf der Uhr.
Beide Angaben meinen denselben Augenblick. Die Sommerzeit zählt eine Stunde hinzu. Der Sonnenuntergang selbst wird durch diese andere Zeitangabe nicht verschoben.
Wörterhilfe
- Achse
- Eine gedachte Linie, um die sich etwas dreht; bei Geräten kann sie auch ein echtes Bauteil sein.
- Erdachse
- Eine gedachte Linie durch Nord- und Südpol; um sie dreht sich die Erde.
- Horizont
- Die scheinbare Grenze zwischen Himmel und Erde bei freiem Blick.
- Dämmerung
- Die Zeit mit Resthelligkeit vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang.
- Zeitzone
- Ein Gebiet, dessen Orte dieselbe vereinbarte Uhrzeit benutzen.
Genauer entdecken
Hier findest du längere Erklärungen und weitere Einzelheiten. Ihr könnt sie gemeinsam entdecken.
Die Gründe genauer erklärt
Was heißt Sonnenuntergang?
Beim Sonnenuntergang verschwindet der obere Rand der Sonne hinter dem freien Horizont. Horizont heißt die Linie, an der Himmel und Erde scheinbar zusammenstoßen. Ein Haus oder Berg kann die Sonne schon vorher verdecken. Nach Sonnenuntergang ist es oft noch eine Weile hell: Diese Übergangszeit heißt Dämmerung. [3]
Osten und Westen: dieselbe Uhr, anderer Sonnenstand
Deutschland benutzt zur selben Zeit dieselbe gesetzliche Uhrzeit. Trotzdem haben nicht alle Orte denselben Sonnenstand. Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Vergleichen wir am selben Tag zwei Orte gleich weit nördlich bei freiem Horizont, geht die Sonne am östlicheren Ort früher nach der Uhr unter. [2]
Sommer und Winter: unterschiedlich lange im Licht
Die Erdachse ist die gedachte Linie durch Nord- und Südpol, um die sich die Erde dreht. Stell dir die Bahn um die Sonne wie eine flache Fläche vor: Die Achse steht darauf schräg statt gerade. Im Nordsommer zeigt die Nordhalbkugel mehr zur Sonne. Ein Ort in Deutschland bleibt während einer Drehung länger im Licht. Im Winter ist der Norden von der Sonne weggeneigt: Der helle Abschnitt wird kürzer. Nicht die wechselnde Entfernung zur Sonne erklärt unsere Jahreszeiten. [1]
Norden und Süden: der Unterschied wechselt mit der Jahreszeit
Im deutschen Sommer sind die Tage weiter nördlich länger als weiter südlich. Im Winter sind sie dort kürzer. Vergleichen wir zwei Orte etwa auf derselben Nord–Süd-Linie, bedeutet das: Im Sommer geht die Sonne im Norden später, im Winter früher unter. Bei zwei beliebigen Städten wirken Ost–West- und Nord–Süd-Lage zusammen. Darum ist „im Norden immer später“ keine passende Regel. [2]
Die Zeitumstellung: eine andere Zahl auf der Uhr
Nach der derzeitigen Regel gilt in Deutschland von Ende März bis Ende Oktober Sommerzeit. Ihre Uhrzeit liegt eine Stunde vor der Normalzeit. Für denselben gedachten Sonnenuntergang sind deshalb 17 Uhr Normalzeit und 18 Uhr Sommerzeit zwei passende Angaben. Die Umstellung macht den hellen Tag nicht länger. Beim Vergleich verschiedener Tage ändern sich zusätzlich die natürlichen Sonnenuntergangszeiten. [5]
Warum ist Sonnenmittag nicht immer um zwölf?
Sonnenmittag ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne am jeweiligen Ort ihren höchsten Tagesstand erreicht. Die Uhren sind innerhalb einer Zeitzone gemeinsam eingestellt, obwohl die Orte verschieden weit östlich liegen. Außerdem läuft die Erde auf einer leicht länglichen Bahn unterschiedlich schnell um die Sonne; auch ihre Achsneigung wirkt beim Vergleich von Sonnenzeit und gleichmäßig laufender Uhr mit. Deshalb liegt der Sonnenmittag nicht überall und jeden Tag bei derselben Uhrzeit. Du brauchst dafür keine Formel auswendig zu lernen. [4]
Bilder und Quellen für Erwachsene
Quellen zum Nachlesen
Redaktioneller Quellenabgleich: 26. Oktober 2026. Die Wuselszene ist erfunden und KI-unterstützt illustriert. Die Schaubilder sind eigene vereinfachte Erklärmodelle; sie liefern keine minutengenauen Ortsvorhersagen. Die verlinkten Fachquellen sind für Erwachsene gedacht.