Puschels kleine Abenteuer
Puschel und Flauschi warten den Donner ab

Die Hörgeschichte anhören
Mit Erzählerin, Puschel und Flauschi
Der erste Donner kam, als Puschel gerade sein Kissen aufschüttelte.
Krrr rummm.
Er hielt mitten in der Bewegung inne. Ein Ohr stand aufrecht. Das andere hatte vorsichtshalber schon einmal angelegt.
Puschel„Ein ziemlich lauter Abend.“
Regen rauschte draußen durch die Bäume. Dann wurde es hinter den geschlossenen Fenstern für einen Augenblick hell.
Beim nächsten Donnerschlag war Puschel verschwunden.
Als Flauschi ins Schlafzimmer kam, lag ein grünes Kissen auf dem Teppich.
Flauschi„Puschel?“
Puschel„Hier.“
Die Antwort kam von sehr weit unten. Unter der Bettkante schaute eine blaue Schwanzspitze hervor.
Flauschi ging in die Hocke.
Flauschi„Was machst du denn da?“
Puschel„Ich suche Teddy.“
Flauschi„Unter dem Bett?“
Puschel„Er ist da hineingeraten. Und bei dem Wetter kann ich ihn schlecht allein lassen.“
Draußen grollte es. Die Schwanzspitze rutschte ein Stück zurück.
Flauschi setzte sich auf den Teppich.
Flauschi„Soll ich dir helfen?“
Puschel„Nicht nötig. Ich habe alles im Blick.“
Flauschi sah nach oben. Auf dem Bett saß der kleine braune Teddy, gemütlich an das zweite Kissen gelehnt.
Sie nahm ihn herunter und stellte ihn neben ihre Pfote.
Flauschi„Schau mal. Da ist er ja.“
Puschels Nase schob sich unter der Bettkante hervor.
Puschel„Das ging schnell.“
Flauschi„Allerdings.“
Puschel„Vielleicht gibt es hinten noch einen Ausgang.“
Flauschis Mundwinkel zuckten. Sie schob Teddy ein Stück näher. Puschel zog ihn zu sich und drückte die weiche Stoffnase an seine Wange.
Wieder zuckte ein Blitz hinter den Fenstern auf. Puschel machte die Augen zu.
Flauschi wartete, bis das Grollen verklungen war.
Flauschi„Der war laut.“
Puschel„Mich stört das nicht besonders.“
Ein leises Rascheln kam unter dem Bett hervor.
Puschel„Nur … man weiß nie, wann der nächste kommt.“
Flauschi„Stimmt. Mich hat der erste auch erschreckt. Ich hatte gerade einen Becher in der Pfote.“
Puschel sah sie an.
Puschel„Mit Tee?“
Flauschi„Zum Glück leer.“
Puschel„Sonst hätten wir drinnen auch Regen gehabt.“
Flauschi„Und einen sehr nassen Teppich.“
Puschel lächelte kurz. Dann strich er über Teddys Stoffohr.
Flauschi beugte sich ein wenig tiefer.
Flauschi„Ist neben dir noch Platz?“
Puschel rückte sofort zur Seite.
Puschel„Wenn du den Schweif ein bisschen einrollst.“
Flauschi„Den brauche ich aber noch.“
Puschel„Dann bring ihn mit.“
Flauschi legte das grüne Kissen unter die Bettkante und schlüpfte vorsichtig hinterher. Erst verschwanden ihre Ohren, dann ihre Schultern. Zum Schluss zog sie ihren orangefarbenen Schweif nach.
Flauschi„So?“
Puschel„Fast. Deine Schwanzspitze liegt auf meiner Pfote.“
Flauschi„Oh. Entschuldigung.“
Sie ruckelten und rückten, bis sie nebeneinander auf dem weichen Teppich lagen. Teddy bekam den Platz zwischen ihren Vorderpfoten.
Puschel sah Flauschi von der Seite an.
Puschel„Jetzt versteckst du dich auch.“
Flauschi„Sieht ganz so aus.“
Puschel„Wegen des Donners?“
Flauschi„Ich wollte bei dir sein.“
Eine Weile hörten sie dem Regen zu. Unter dem Bett roch es ein bisschen nach Holz und ein bisschen nach Staub.
Dann donnerte es wieder.
Puschels Schultern zuckten hoch. Er griff nach Flauschis Pfote.
Puschel„Ich hab doch Angst.“
flüsterte er.
Flauschi rückte näher.

Flauschi„Ach, Puschel. Komm her.“
Er legte den Kopf an ihre Schulter. Sie strich ihm ruhig über den Rücken.
Puschel„Findest du das komisch?“
fragte er.
Puschel„Dass ich mich hier versteckt habe?“
Flauschi„Nein.“
Flauschi schmiegte ihre Wange kurz an seinen Kopf.
Flauschi„Rutsch nur nicht noch weiter. Sonst muss ich dich am anderen Ende wieder einsammeln.“
Puschel musste ein bisschen lachen.
Beim nächsten Grollen zuckte er noch immer zusammen. Aber Flauschi lag neben ihm, und ihre Pfote hielt seine fest.
Puschel„Flauschi?“
Flauschi„Hm?“
Puschel„Teddy hatte übrigens gar keine Angst.“
Flauschi„Ach so.“
Puschel„Das war ich.“
Flauschi drückte seine Pfote.
Flauschi„Dann bleiben wir noch ein bisschen.“
Puschel nickte und kuschelte sich näher.
Vor der Bettkante lag eine blaue Schwanzspitze neben einer orangefarbenen.
Und diesmal kam die leise Stimme von unten nicht nur von Puschel.
Flauschi„Teddy müsste hier wirklich mal fegen.“
murmelte Flauschi.