Staffel 5 · Folge 2 · Geschichte 4 von 5

Reisen & Strand

Die Insel hinter der Biegung

Von der höher gelegenen Wiese sehen die beiden erstmals eine Insel mit einer Weide. Neugier allein zeigt ihnen noch keinen sicheren Weg dorthin.

Die Insel der vergessenen Wünsche · Eine Reise mit Gegenwind

Puschel zeigt vom sicheren trockenen Wiesenweg auf eine entfernte Insel mit Weide; Flauschi hält das Schiffchen, der geschlossene Korb hängt an Puschels anderer Pfote.
Puschel zeigt vom sicheren trockenen Wiesenweg auf eine entfernte Insel mit Weide; Flauschi hält das Schiffchen, der geschlossene Korb hängt an Puschels anderer Pfote.

Nach ihrem kurzen Halt gingen Puschel und Flauschi bis zur nächsten offenen Wiese. Der Weg lag höher als das Wasser und blieb breit und trocken. Zwischen ihnen und dem Ufer lagen Gras und Sträucher. Sie brauchten keinen Schritt vom Weg herunter zu machen, um den Fluss zu sehen.

Hinter einer Biegung teilte sich das Wasser um ein kleines Stück Land. In dessen Mitte stand ein Baum mit langen, herabhängenden Zweigen. Flauschi blieb stehen. Puschel folgte ihrem Blick und hob seine freie Pfote.

Puschel„Eine Weide. Auf einer Insel. Genau wie auf der Zeichnung!“

Flauschi„Es sieht sehr ähnlich aus. Ob es dieselbe Insel ist, wissen wir noch nicht.“

Puschel wollte am liebsten sofort einen Pfeil in die Luft malen, der direkt hinüberführte. Doch die Luft war kein Weg. Vom Wiesenpfad aus sahen sie weder eine Brücke noch einen ausgeschilderten Zugang. Das Wasser dazwischen machte die Insel nicht zu einem Ziel für einen schnellen Versuch.

Puschel„Unser Schiffchen ist wohl auch zu klein für zwei ziemlich neugierige Wusels.“

Flauschi„Es ist ein Spielzeug. Es trägt einen Zettel, keine Reisenden.“

Sie hielten es aufrecht und betrachteten seinen kleinen Rumpf. Der Wunsch ohne Namen war noch derselbe: einmal etwas falsch machen dürfen. Er musste nicht durch eine unvorsichtige Überfahrt beantwortet werden.

Puschel senkte seine zeigende Pfote. Nun schaute er wieder auf ihren eigenen Weg. Er führte weiter an einer Hecke entlang, auf der trockenen Landseite. Dort konnten sie in Ruhe überlegen, wo sich ein sicherer Zugang erfragen ließ. Heute mussten sie keinen neuen Weg ins Unbekannte ausprobieren.

Puschel„Dann merken wir uns die Wiese. Und suchen beim nächsten Mal nach einem richtigen Zugang.“

Flauschi„Am besten fragen wir jemanden, der den Weg kennt, bevor wir weiterplanen.“

Ein Windstoß strich über die Anhöhe. Flauschi rückte das Schiffchen näher an ihren Bauch; der Zettel blieb fest gefaltet. Hinter der Hecke war es ruhiger. Dorthin gingen sie für ihr Picknick. Die Insel war zum ersten Mal mehr als eine Zeichnung. Ihre Fragen waren trotzdem noch offen.