Staffel 5 · Folge 5 · Geschichte 1 von 5

Love Story

Platz für deinen Wunsch

Auf der Inselbank sprechen beide darüber, was von der Reise bleiben soll. Ein kleiner Anfang braucht kein großes Versprechen.

Die Insel der vergessenen Wünsche · Ein Wunsch darf klein sein

Puschel und Flauschi sitzen gleich groß auf der niedrigen Inselbank und halten Pfoten; vier Füße berühren das Gras, ein Schiffchen steht neben dem geschlossenen Korb auf einem Stein.
Puschel und Flauschi sitzen gleich groß auf der niedrigen Inselbank und halten Pfoten; vier Füße berühren das Gras, ein Schiffchen steht neben dem geschlossenen Korb auf einem Stein.

Am nächsten Morgen gingen Puschel und Flauschi noch einmal zum Waldhaus. Puschel hatte ihren Korb gepackt und nach dem Besucherweg gefragt. Die Wegehüterin bestätigte, dass Weg und Brücke heute geöffnet waren. Eine Rückmeldung zum gefundenen Schiffchen gab es weiterhin nicht. Sie bot an, es später sicher als Fundsache aufzubewahren.

Die beiden gingen ruhig über die breite Brücke, hinter den Geländern. Flauschi trug das Schiffchen. Auf der Insel warteten die alte Weide, die Wunschtafel und die niedrige Bank. Puschel stellte Korb und Spielzeug ab. Dann setzten sie sich nebeneinander.

Puschel„Ich hätte gern einen Abschluss mit fünf erfüllten Wünschen und einem besonders schönen Schlusswort.“

Flauschi„Wir wissen nicht einmal, ob die Menschen von den Zetteln heute hierherkommen.“

Puschel sah zur Tafel. Die Wünsche nach Gesellschaft, Mitspielen und einem neuen Versuch hingen noch dort. Keiner war durch ihre Reise automatisch erledigt. Auch Flauschis Pause vom Planen war keine Aufgabe gewesen, die man für immer abhaken konnte.

Puschel„Dann kann ich wohl nicht versprechen, dass niemand mehr allein sitzt.“

Flauschi„Du kannst jemanden fragen, ob du dich dazusetzen darfst.“

Puschel drehte sich zu ihr. Er fragte, ob sie gerade Gesellschaft wollte. Flauschi nickte und legte ihre Pfote in seine. Ihre andere ruhte auf dem Schoß; ihre Füße berührten das Gras.

Flauschi„Und später möchte ich unsere Aufgaben mit dir teilen. Dabei darf mein Wunsch wieder auftauchen.“

Puschel„Ich werde nicht immer sofort daran denken. Aber ich will zuhören und meinen Teil übernehmen, auch wenn du mich erinnerst.“

Das klang kleiner als sein großes Schlusswort. Es war dafür etwas, das er wirklich versuchen konnte. Flauschi lehnte sich ein wenig zu ihm. Eine Weidenrute bewegte sich im Wind.

Die Bank blieb eine Bank. Sie verwandelte sich nicht in eine Lösung für alle einsamen Tage. Aber auf ihr war gerade Platz für zwei Wünsche gewesen: zusammen sein und nicht alles allein tragen müssen.